Forschung im Fokus
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Wissenschafts-Schau: 2010 zeigen viele Labore und Institute ihre Arbeit. Foto: Doris Spiekermann-Klaas |
Die Staatsbibliothek zu Berlin ist ihrer Zeit um ein Jahr voraus. Das 350. Gründungs-Jubiläum Berlins ältester Forschungseinrichtung steht nämlich eigentlich erst 2011 ins Haus. Weil aber der Senat 2010 zum Festjahr der Wissenschaft erklärt hat, feiert die „Stabi“ den Geburtstag gemeinsam mit vier weiteren Jubilaren – der Charité, der Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), der Humboldt-Universität und der Max-Planck-Gesellschaft – und anderen Wissenschaftsinstitutionen schon mal ein bisschen vor.
Mehr als 200 wissenschaftliche Einrichtungen machen Berlin zu Deutschlands Hauptstadt der Forschung. Rund 65 000 Menschen arbeiten hier im Wissenschaftsbereich, 135 000 studieren an den Berliner Universitäten und Hochschulen. „Die Hochschulen und Forschungsinstitute sind Berlins wichtigster Standortfaktor und verdienen jede Unterstützung“, sagt Arend Oetker, Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und Förderer des Festjahres. „Das Wissenschaftsjahr 2010 kann und sollte ein Ansporn sein, damit Politik und Wirtschaft gemeinsam mit den Berlinerinnen und Berlinern noch mehr für die Wissenschaft tun.“ Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bieten die hauptstädtischen Forschungseinrichtungen 2010 ein Festprogramm mit mehr als 450 Veranstaltungen an.
Unter dem Motto „Berlin – Hauptstadt für die Wissenschaft 2010“ wird es Vorträge, Filmvorführungen, Konzerte und ein Kinderprogramm geben. Verschiedene Gebiete der Forschung sollen dabei auf den Lebensalltag der Menschen angewendet werden, Wissenschaftler in einen Dialog mit der Gesellschaft treten. „Es geht um Wissenschaft, die uns im Alltag umgibt“, sagt Susanne Kumar-Sinner, Sprecherin des Wissenschaftsjahres.
Zu den Veranstaltungshöhepunkten zählt neben den Wissenschaftstagen Südwest (16. Mai bis 5. Juni) und der Langen Nacht der Wissenschaften die Ausstellung „Weltwissen“, die erstmals seit der Wiedervereinigung eine Schau der Gesamtberliner Wissenschaftseinrichtungen bietet. „Weltwissen“ wird im September im Martin-Gropius-Bau eröffnet. Vom 6. bis zum 15. Oktober warten die fünf Jubilare dann mit einer eigenen Festwoche auf.
Die Wissenschaftstage Südwest starten am 16. Mai mit einer „Wissenschaftsmeile“ im und um das Forum Steglitz. Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, der Bundesanstalt für Materialforschung, der Gesellschaft für Erdkunde und andere im Südwesten der Stadt ansässige Forschungseinrichtungen werden dabei im Steglitzer Einkaufszentrum „Das Schloss“ in Kooperation mit dem Einzelhandel ihre wissenschaftliche Arbeit präsentieren. Außerdem haben die Berliner in den darauf folgenden Wochen Zutritt zu ansonsten nicht zugänglichen Forschungsstätten, Laboren und Archiven. So öffnet beispielsweise das Geheime Staatsarchiv seine Pforten für das hauptstädtische Publikum.
Am 5. Juni laden Berlins wissenschaftliche Einrichtungen zur „Langen Nacht der Wissenschaften“. Besucher haben dann wieder die Möglichkeit, bei Vorträgen und Präsentationen in Hörsälen, Bibliotheken und Laboren Forschung hautnah zu erleben.
Bei der großen Festwoche vom 6. bis zum 15. Oktober begehen fünf der ältesten Berliner Wissenschaftsinstitutionen ihre Jubiläen. So laden die Humboldt-Universität, die Charité und die Brandenburgische Akademie der Wissenschaften am 6. Oktober zum gemeinsamen Festakt ins Konzerthaus am Gendarmenmarkt.
Vom 7. bis zum 9. Oktober lädt die Humboldt-Universität Forscher, Hochschulpolitiker und Wissenschaftsmanager zur Konferenz „Das Modell Humboldt – Die Zukunft der Universitäten in der Welt der Forschung“ ein.
Auch der forschungsinteressierte Nachwuchs kommt beim Wissenschaftsjahr 2010 auf seine Kosten. So können Kinder beispielsweise beim „Gläsernen Labor“ auf dem Campus Buch unter der fachmännischen Anleitung von Wissenschaftlern chemische Experimente mit Supermarktprodukten durchführen. www.wissenschaftberlin2010.de
Sarah Kramer
Aus der Ausgabe 2 / 2010
