Kliniken unter der Lupe
|
Das Gesundheitsportal erklärt, wie bestimmte Organe funktionieren. Grafik: tsp |
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie … das Internet. Webseiten, die Informationen und Beratung zu Gesundheitsthemen anbieten, gehören quasi seit den Anfängen des Internet zu dessen festen und beliebtesten Bestandteilen. Zum Beispiel gibt es dort Kliniksuchportale, die mit Behandlungszahlen und Qualitätsdaten die Suche nach einem passenden Krankenhaus ermöglichen. Und es gibt medizinische Beratungsportale, die mit umfangreichen Texten Krankheiten und deren Behandlung erläutern. Gerade in Berlin ist die Gesundheitswirtschaft – darunter viele mittelständische Unternehmen etwa in der Pflege, unter niedergelassenen Ärzten und im Krankenhausbereich – so vielfältig, dass es einer Orientierungshilfe und Beratung für die Patienten bedarf.
Gesundheitsberater-berlin.de, das neue Internetangebot von Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin, liefert beides. Zum einen greift es auf eine umfangreiche Datenbank zu und ermöglicht so den Vergleich der Berliner Krankenhäuser mit harten Fakten. Dazu gehören Behandlungszahlen, Komplikations- und Arztempfehlungsraten, Ausstattungsmerkmale, Adressen und Telefonnummern. Zum anderen bietet das Portal eine große und ständig wachsende Zahl von redaktionellen Artikeln, in denen Erkrankungen, deren Diagnostik und Therapiemöglichkeiten für den medizinischen Laien dargestellt werden.
Inhalte:
Behandlungszahlen von
59 Krankenhäusern
Klinikempfehlungen von 2600 Ärzten
Behandlungsqualität in Krankenhäusern anhand von
70 Parametern
Das Portal bietet verschiedene Pfade, um zu den passenden Krankenhäusern zu gelangen. Der empfohlene Hauptpfad führt über das Suchfeld „Behandlung/Krankheit“. In diesem Fenster können Nutzer gezielt nach Kliniken suchen, die eine der Krankheiten behandeln, zu denen redaktionell aufbereitete Texte existieren. Bisher umfasst diese Liste mehr als 70 Klinikbehandlungen, die in Berliner Krankenhäusern jedes Jahr rund 330 000 Mal durchgeführt werden. Weitere werden folgen. Der grüne Haken hinter einer Krankheit/Behandlung bedeutet, dass hierzu Qualitätsdaten vorliegen.
Wird eine bestimmte Behandlung auf der Internetseite markiert, zeigt die orangefarbene „Sprechblase“ links oberhalb der Berlinkarte die Anzahl der Kliniken an, die sie anbieten. Wo sich diese im Stadtgebiet befinden, wird mit orangefarbenen Punkten auf der Berlinkarte angezeigt. Geht der Nutzer mit der Maus über einen der Punkte, erscheinen der Name des Krankenhauses und dessen Adresse. Ein weiterer Klick führt zu einer tabellarischen Übersicht mit den Krankenhäusern und zahlreichen weiteren Angaben.
Sollten das gesuchte Krankheitsbild oder eine bestimmte Behandlung noch nicht in der alphabetisch geordneten Liste enthalten sein, kann man unter „Erweiterter Katalog“ weiter recherchieren. Diese Suchfunktion ist eher der Pfad für die Profis, etwa niedergelassene Ärzte, die für ihre Patienten eine geeignete Klinik recherchieren wollen.
Denn die einzelnen Bezeichnungen enthalten viele Fachbegriffe, für deren Verständnis medizinische Vorkenntnisse nötig sind. Dies gilt besonders für die Codes für eine „Diagnose“ (ICD-Nummern, die aus einem Buchstaben und zwei Ziffern bestehen) oder für eine „Untersuchung/Therapie“ (OPS-Nummern, die aus vier Haupt- und weiteren Unterziffern bestehen). Die Fachbezeichnungen für ihre Erkrankung mit ICD-Nummer finden Patienten übrigens oft auch auf dem Überweisungsschein in eine Klinik („Verordnung von Krankenhausbehandlung“) im Feld „Diagnose“.
Das Gesundheitsportal finden Sie unter www.gesundheitsberater-berlin.de
Ingo Bach
Aus der Ausgabe 4 / 2010
