Reine Formsache
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Bekommt vieles gebacken: Philipp Berief mit seinen Plätzchenformen Foto: Matti Hillig/promo |
Plätzchenformen der Berliner Wahrzeichen Fernsehturm und Brandenburger Tor zum Ausstechen, verpackt in einer edlen Geschenkbox. Die Kunden einer großen Berliner Immobilienfirma fanden auf ihrem Weihnachtsgabentisch im vergangenen Jahr ein etwas anderes Präsent als die oft üblichen Kalender, Kugelschreiber oder Sektflaschen, und das Unternehmen folgte damit einem Trend. Denn immer häufiger suchen Firmen nach etwas Außergewöhnlichem, das sie ihren Kunden am Ende des Jahres schenken können.
Die Idee mit den Backformen stammt von Philipp Berief, Berliner Unternehmer, Berlin-Botschafter für die Hauptstadtkampagne und leidenschaftlicher Plätzchenbäcker. „Die Backförmchen sind als Geschenk so interessant, weil sie ganz viele verschiedene Aspekte und Funktionen miteinander verbinden, sie sind nicht nur einfach schön, sondern auch nützlich“, wirbt der 44-Jährige. Man könne sie sich entweder als Dekoration und Berlin-Souvenir ins Büro stellen oder eben Plätzchen damit ausstechen. Somit seien sie als Geschenk für die Weihnachtszeit besonders geeignet.
Ein Weihnachtsgeschenk drückt Dankbarkeit aus und bringt die Firma in Erinnerung
Die Idee mit den Förmchen hatte Berief schon 2003, doch erst 2007 fand er eine Möglichkeit, sie auch umzusetzen. „Es war sehr schwierig, eine Firma zu finden, die die Formen herstellen konnte“, erklärt er. Mit der Kunststofffirma „India Dreusicke“ fand er schließlich einen Partner, der das richtige Know-How und die Maschinen hatte, um die Formen zu produzieren.
Seine Souvenirs werden mittlerweile in verschiedenen Berliner Shops an Touristen und Einheimische verkauft. Neben den Berliner Wahrzeichen hat er auch andere bekannte Stadtsymbole wie den Pariser Eiffelturm, den Londoner Big Ben oder die Oper von Sydney im Programm. Im vergangenen Jahr haben drei Berliner Firmen seine Geschenkboxen an ihre Kunden verschenkt. Alle wurden individuell nach den Wünschen der Firmen gestaltet. Auch in den kommenden Jahren kann sich Berief vorstellen, das Weihnachtsgeschenke-Geschäft weiter auszubauen.
Individuell und trotzdem nützlich, bezahlbar und dennoch mit einem Wert verbunden – so soll das perfekte Kundengeschenk zu Weihnachten sein. „Mit einem Weihnachtsgeschenk drückt man als Firma am Ende des Jahres Dankbarkeit aus und bringt sich in Erinnerung“, sagt Buddy-Bären-Chef Klaus Herlitz. Auch die Buddy Bären sollen dieses Jahr als Weihnachtsgeschenk auf den Markt kommen und unter anderem für Firmen als Geschenk für ihre Kunden angeboten werden. Dafür hat der Souvenirhersteller Bären von zwei Künstlern weihnachtlich verzieren lassen und in drei verschiedenen Größen herausgebracht. „Die Buddy Bären sind international bekannt und haben einen Sammler- und Liebhabereffekt“, wirbt Herlitz für seine Bären. Je eher Unternehmen ihre Bestellungen abgäben, desto besser sei es, da die Weihnachtsbären in China in limitierter Auflage hergestellt werden. Wer seinen Kunden ein individuelles Geschenk machen will, sollte sich auf jeden Fall schon jetzt damit beschäftigen. Denn die Vorlaufzeit für Entwurf, Design und Herstellung kann mehrere Monate betragen.
Stephanie Herms-Ricken rät Firmen, spätestens Ende September mit den Planungen zu beginnen, eher noch früher. „Wir wollten etwas wirklich Einmaliges im Bereich Give-Aways und Souvenirs entwerfen“, sagt Herms-Ricken über das Angebot ihrer eigenen Firma, SRimembers. Herausgekommen ist das Berliner „Herz mit Schnauze“, ein in Handarbeit hergestelltes buntes Glasherz, das mit einem kleinen Mund verziert ist. Wichtig ist auch das Drumherum: In einer handlichen Geschenkbox, zusammen mit einer kleinen Broschüre mit Wissenswertem rund um Berlin, bietet SRimembers das Herz an.
Stephanie Herms-Ricken beo-bachtet seit rund zwei Jahren, dass Firmen bei ihren Weihnachtsgeschenken auf Individualität setzen. „Ich glaube, dass Imagebildung und Kundenbindung immer wichtiger werden“, erklärt sie dieses Phänomen.
So unterschiedlich die Geschenkideen sind, so verschieden ist auch ihr Preis. Kostete die Plätzchenform-Box von Philipp Berief vergangenes Jahr beispielsweise 14,50 Euro, ist das Herz mit Schnauze von SRimembers für 23,30 Euro im Werksverkauf schon etwas teurer. Die Buddybären kosten je nach Größe 13,95 bis 59 Euro, bei Großeinkäufen seien die Preise aber verhandelbar.
Zu teuer sollte es dann auch nicht sein, schließlich soll das Weihnachtsgeschenk am Jahresende nur eine kleine Aufmerksamkeit sein und nicht das Jahresbudget der Firma sprengen.
Ulrike Thiele
Aus der Ausgabe 9 / 2009
