Köstlich und spontan
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»Jó étvágyat!« heißt »Guten Appetit« auf Ungarisch. Foto: Ungarisches Tourismusamt |
Paprika, Salami, Gänseleber und Tokajer: „Ungarn – traditionell köstlich“. So lautet das Motto von Ungarn für die kommende Grüne Woche. Das Land wird diesmal Partnerland der Messe sein. „33 Aussteller haben sich bereits angemeldet und werden fast die ganze Palette der ungarischen Ernährungsindustrie zeigen“, sagt Márton Szebeni, stellvertretender Direktor des Agrarmarketing Centrums (AMC) in Budapest.
Die Bandbreite der Produkte reicht über die traditionellen Waren hinaus. „Wir präsentieren auch eine ganze Reihe von Säften mit hohem Fruchtanteil, Marmeladen und Honig“, sagt Szebeni. „Was Besucher vielleicht nicht erwarten: Wir werden auf unseren Ständen auch Produkte für die gesundheitsbewusste Ernährung vorstellen, wie etwa Frühstücksflocken, Müsliriegel oder ein Mehl, das 95 Prozent weniger Kohlenhydrate enthält, als herkömmliches Mehl. Solche Produkte würden Sie normalerweise wohl nicht auf einem ungarischen Stand erwarten.“
Besonders wird auch die Art und Weise sein, wie das Land sich präsentiert: „Wir bauen in der Halle 10.2 ein kleines Modell von Ungarn auf und zeigen dort auch typische Landschaften wie den Balaton, Budapest oder die Puszta“, sagt Szebeni. Drumherum befinden sich die Stände der Aussteller. „Vertreten sind auch verschiedene Tourismusorganisationen, die für ungarische Ferienregionen werben.“
Grüne Woche |
ÖFFNUNGSZEITEN
Vom 15. bis 24. Januar 2010 täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr; am 16., 22. und 23. Januar jeweils von 10.00 bis 20.00 Uhr auf dem Messegelände unter dem Funkturm
EINTRITTSPREISE
Tageskarte 12 Euro, Online-Tageskarte 11,50 Euro, diverse Ermäßigungen für Gruppen, Familien und am Sonntag, Dauerkarte 35 Euro
WEITERE INFOS
www.gruenewoche.de
www.amc.hu/de/deutsch
www.ahkungarn.hu
Szebeni erwartet, dass die Messe viel Gelegenheit bieten wird, neue Geschäftskontakte zu knüpfen. So laden die Ungarn am 21. Januar in das Businesscenter auf dem Messegelände Importeure, Großhändler, Einkäufer und andere Entscheidungsträger aus dem Lebensmittel-Sektor zu einer Kontaktbörse ein. „Wir rechnen mit einer Teilnahme von wenigstens 30 bis 40 Produzenten aus Ungarn.“ Das Treffen findet von 10 bis 18 Uhr im Raum „Sydney“ statt. „Daneben haben interessierte Berliner Geschäftsleute natürlich an jedem Messetag die Gelegenheit, die Vertriebsleute auf den Messeständen zu treffen.“ Ungarn werde auf vielen Veranstaltungen mit hochrangigen Vertretern vor Ort sein. „Ich denke, unsere Weinkellereien sind sehr daran interessiert, neue Kunden zu finden, zum Beispiel unter Caterern, Hotels und Restaurants“, sagt Szebeni. „Sechs große Kellereien werden in einem Gemeinschaftsstand auf der Messe vertreten sein.“
Beim Export von biologischen Produkten nach Ungarn sieht Gabriel Brennauer, Geschäftsführender Vorstand der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer in Budapest, Chancen für deutsche Hersteller. Wer nach Ungarn exportiere, müsse darauf achten, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. „Für teure Luxusprodukte gibt es eine Nische“, sagt Brennauer. „Bio-Produkte sind eine solche Nische.“ Ungarn selbst exportiere relativ viele Bio-Rohstoffe. Verarbeitete Produkte würden meist importiert – vor allem aus Deutschland.
Bei der Partnersuche, der Entwicklung einer Vertriebsstrategie oder bei Behördenkontakten kann die AHK Ungarn Hilfestellung leisten. Im Februar wird es auch in Budapest eine Lebensmittelfachmesse – die „Foodapest“ – geben. Eine gute Gelegenheit, den ungarischen Markt zu sondieren, meint Brennauer.
„Die Ungarn sind sehr spontan“, sagt er. Es werde erwartet, dass die Trennlinie zwischen geschäftlich und privat nicht allzu streng gezogen werde und dass man Zeit mitbringe. „Man macht hier Geschäfte von Mensch zu Mensch, nicht von Institution zu Institution.“
Trotz der komplizierten ungarischen Sprache müsse man Verständigungsprobleme nicht fürchten, sagt Brennauer. „Die Ungarn sind sehr sprachbegabt.“ Englische und auch deutsche Sprachkenntnisse seien weit verbreitet. „Ich habe noch niemanden getroffen, bei dem ein Geschäft nicht zustande kam, weil er sich mit dem potenziellen Partner nicht verständigen konnte.“
Corinna Visser
Aus der Ausgabe 12 / 2009

