Traum am Wasser
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Blick in die Zukunft: Die geplante Wohnanlage in Spindlersfeld Foto: promo |
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Nicht nur Fußballfans, sondern auch viele Menschen, die sich in der Hauptstadt niederlassen möchten, denken dies. Um für die Berlinzugänge neue Wohnungen anzubieten, wird nun am Köpenicker Spreeufer ein altes Industriegelände herausgeputzt. Laut Manfred Hartwig von der für die Vermarktung zuständigen Metropole Marketing GmbH ist der Ringbau das größte Wohndenkmal der Stadt. Das Spindlersfeld, benannt nach dem Unternehmer Wilhelm Spindler, beherbergte ab 1871 die „Anstalt zur chemischen Reinigung, Wäscherei und Färberei“. Später wusch der DDR-Betrieb Rewatex auf dem Gelände, dann schloss das Werk 1994. Nun soll das einst belebte Gelände aus seinem 20-jährigen Dornröschenschlaf geweckt werden.
Dazu schickt sich die Kanton Grundstücksentwicklungsgesellschaft der Unternehmensgruppe Eisen an. 2005 erwarb sie das Gelände für 10 Millionen Euro. Dann befreite die Gesellschaft den Boden für sechs Millionen Euro von Rückständen der chemischen Reinigung. 28 Tonnen Schadstoffe wurden abgetragen. Nun will die Gesellschaft auf der 10 000 Quadratmeter großen Brache 850 Wohnungen errichten – 350 in den denkmalgeschützten Industriegebäuden und 500 Wohnungen in Neubauten. In etwa vier Jahren soll die Bauphase beendet sein.
entwicklungsgesellschaft mbH |
Das Unternehmen sucht derzeit Projektsteuerer
Geschäftsführer: Wolfgang Eisen
Treskowallee 56 | 10318 Berlin
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Telefon: 030 | 52 67 89 20
Der Mittelpunkt der Anlage ist die ehemalige Wäscherei des Geländes, der Ringbau aus rotem Backstein. In dem Gebäude mit rechteckigem Grundriss sollen etwa 300 Wohnungen eingerichtet werden. Die Neubauten sind als Townhäuser, Geschosswohnungen und Reihenhäuser konzipiert. Auch mehrere Spielplätze und eine Kita mit 90 Plätzen sind geplant. Im Erdgeschoss des Ringbaus sollen kleine Geschäfte und Restaurants für Leben sorgen. „Ein Italiener am Wasser gehört zu einer solchen Anlage einfach dazu“, so Hartwig. Ein Supermarkt sei nicht geplant, das passe nicht ins Bild. Die gesamte „Stadt am Wasser“ soll öffentlich zugänglich bleiben, wie auch der Uferweg an der Spree. Für die Gestaltung des neuen Areals ist ein den Berlinern bereits bekannter Architekt verantwortlich, Klaus Theo Brenner. Er hat schon den Masterplan für die Rummelsburger Bucht in Lichtenberg entworfen.
Wir bekommen viele Anfragen aus Mitte und Friedrichshain
Die ersten Wohnungen sind schon fertig und bezogen. Im ehemaligen Kutscherhaus an der Ernst-Grube-Straße wurden vier Wohnungen an Eigennutzer und 13 an Kapitalanleger verkauft. 160 Anfragen gab es laut Hartwig. Alle Parteien der noch zu sanierenden Casa Medici, in der früher das Patientenarchiv und die Poliklinik waren, sind bereits verkauft.
Die Miete im Kutscherhaus betrage acht bis 8,50 Euro pro Quadratmeter. Für einen eher dezentralen Standort ist das nicht preiswert. Wer in der „Wasserstadt“ Wohnungen kaufen möchte, zahlt für einen Quadratmeter zwischen 2990 und 4190 Euro.
Laut Hartwig ist das Interesse auch bei Berlinern groß, die des Getümmels in den Szenebezirke müde sind: „Wir bekommen viele Anfragen aus Mitte und Friedrichshain.“ Auch Brenner sagt, dass stadtnaher Wohnungsraum zur Zeit sehr gefragt ist. „Es gibt bisher einfach zu wenig attraktive Angebote.“ Die Köpenicker Altstadt sei nur zwölf Gehminuten entfernt, der S-Bahnhof Spindlersfeld fünf. Der Wissenschaftsstandort Adlersfeld und bald auch der neue Flughafen seien gut zu erreichen, ohne dass Fluglärm zu befürchten sei. Zudem sei das Leben am Wasser der Traum vieler Menschen.
Katharina Kühn
redaktion@berlin-maximal.de
Aus der Ausgabe 12 / 1 / 2012
