Scharf auf Windows 7
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Fit für den Betrieb: Das neue System Windows 7 Foto: promo |
Die Antworten sind erstaunlich: Wo immer man nachfragt, was die IT-Experten vom neuen Microsoft-Betriebssystem Windows 7 halten, das seit 22. Oktober verkauft wird, lautet die Antwort: „Wir arbeiten bereits damit und sind vollauf zufrieden.“ Auch Ingolf Schupp, Vertriebsleiter der Berliner Niederlassung des IT-Systemhauses Amcad & Rauch, weiß im Wesentlichen nur Positives zu berichten.
Im Innendienst des Berliner Büros wird seit August ausschließlich mit dem neuen Windows gearbeitet, das „wesentlich schneller, anspruchsloser und in Security-Fragen einfacher zu handhaben ist“, wie Schupp sagt. Selbst Treiberprobleme habe es – anders als beim ungeliebten Vorgänger Windows Vista – nicht gegeben. Auch etwas anderes hat es lange nicht gegeben: „Bei mir rufen derzeit täglich Kunden an, die wissen wollen, wann Computer mit Windows 7 zur Verfügung stehen“, erzählt der Vertriebsmann. Bei Vista wurde zwar die Windows-Lizenz mitgekauft, tatsächlich eingesetzt wurde aber weiterhin Windows XP.
Technisch gibt es keinen Grund, Windows 7 nicht sofort einzusetzen
„Technisch gibt es keinen Grund, Windows 7 nicht sofort einzusetzen“, meint Schupp vor allem mit Blick auf Privatanwender oder kleinere Mittelständler. Etwas anders sieht es für größere Unternehmen aus. Bei Neuanschaffungen von 100 PCs und mehr ist es wichtig, dass Administratoren und Mitarbeiter durch Training und Schulung für das neue System „scharf gemacht werden“, wie Schupp es ausdrückt. Aber auch aus einem anderen Grund kann es sinnvoll sein, etwas zu warten. „Ich rechne bereits für November mit Aktionsmodellen der großen PC-Hersteller wie Acer, Fujitsu, HP oder IBM“, so der Amcad & Rauch-Mitarbeiter: Der große Vorteil dieser mit Windows 7 vorkonfigurierten Geräte: Sie sind bis zu 40 Prozent preiswerter als die Serie.
Das neue Windows ist gerade für die Wirtschaft von großer Bedeutung. Mit Windows 7 wird ein Investitionsstau aufgelöst, der wichtige Neuerungen in der Unternehmens-IT erschwert hatte. Problematisch ist dies besonders aus Sicherheitsgründen. So sehr sich die Nutzer über Windows Vista geärgert hatten, wurde von keiner Seite der Sicherheitsgewinn gegenüber Windows XP bestritten. Windows 7 kann dieses Defizit nun ausgleichen. „Windows 7 funktioniert so, wie man es erwartet“, sagt so auch Rüdiger Spies vom Marktforschungsunternehmen IDC, das Windows 7 eine zügige Verbreitung in der Firmenwelt prognostiziert.
Die professionellen Nutzer profitieren in mehrfacher Hinsicht. Da Windows 7 im Kern auf dem Code des Vorgängers basiert, laufen die meisten für Vista programmierten Anwendungen, sagt Sebastian Weber, der bei Microsoft Deutschland dafür verantwortlich ist, dass möglichst viele Programme vom Start weg mit Windows 7 funktionieren. „Bei Standardsoftware, die auch im Consumer-Bereich vertreten ist, werden die Programme sehr schnell Windows 7-ready sein“, sagte Weber Berlin maximal.
AMCAD & Rauch sucht je zwei Mitarbeiter in Technik und Vertrieb
Niederlassung Berlin
Leiter Berlin: Ingolf Schupp
Adresse: Landsberger Straße 231,
12623 Berlin
Umsatz: 5,5 Millionen Euro
Mitarbeiter: 40,
davon zehn in Berlin
Telefon: 030 / 93 55 41 70
Web: www.amcad-rauch.com
Die zahlreichen Gespräche und Workshops mit Entwicklern auch in Deutschland werden sich nach Einschätzung des Microsoft-Experten zugleich bei den kommer-ziellen Anwendungen bezahlt machen. „Von den Firmen, die an den Workshops teilgenommen haben, sind 90 Prozent der Programme inzwischen kompatibel. Beim Rest sind nun die Aufgaben bekannt“, ist Weber zuversichtlich.
Zudem gibt es in Windows 7 den XP-Modus, der in den Profi-Versionen Windows 7 Business und Windows 7 Ultimate enthalten ist. Damit wird eine Virtualisierungsumgebung gestartet, in der alle Programme funktionieren, die für Windows XP programmiert waren. Selbst ältere Enterprise-Programme, die nicht mehr weiterentwickelt werden können, müssen somit nicht in jedem Fall ersetzt werden.
Beim Automobilbauer BMW, der bereits seit Jahresbeginn auf 500 Arbeitsplatzrechnern Windows 7 einsetzt, wird der XP-Modus „häufig und sehr erfolgreich genutzt“, wie IT-Vorstandsmitglied Karl-Erich Probst bei der Windows-7-Vorstellung an der Seite von Microsoft-CEO Steve Ballmer sagte. BMW will alle 85 000 Firmenrechner mit Windows 7 ausrüsten, und auch der Energieversorger Eon wird 50 000 Arbeitsplätze auf das neue Windows umstellen.
Kurt Sagatz
Aus der Ausgabe 11 / 2009

