Virtuelle Visitenkarte

Ein eigener Internetauftritt ist für jeden Betrieb sinnvoll. Wenn man versteckte Kosten vermeidet, muss das nicht teuer sein
Web ist Pflicht: Für manche Betriebe reicht es, Öffnungszeiten online zu stellen. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Ob Handwerker, Anwalt oder Arzt, ob Fünf-Mann-Betrieb oder größerer Mittelständler: Ein Unternehmen wird ohne Internetauftritt nur sehr schwer gefunden. Die Gelben Seiten allein reichen nicht aus, auch wenn durch deren Online-Auftritt die erste Brücke ins World Wide Web geschlagen werden kann. Aber um in den Google-Suchlisten aufzutauchen, bleibt die eigene Homepage Pflicht.

Web-Visitenkarten und selbst mittelgroße Internetrepräsentanzen müssen keineswegs teuer sein. Webhoster wie Strato, 1&1, 1blu und server4you bieten bereits ab zehn Euro im Monat relativ umfangreiche Paketlösungen an. Damit können die individuell programmierte Homepage online gestellt und der E-Mail-Verkehr über die neue Online-Firmenadresse abgewickelt werden. „Mit Baukastenlösungen kommen auch weniger versierte Nutzer schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen“, sagt Christian Wolf, der beim IT-Magazin Onlinekosten.de für den Bereich Webhosting zuständig ist. Selbst Webseiten mit integrierten Online-Shops gibt es bei den Webhostern von der Stange. „Was genau gebraucht wird, ist keine Frage der Unternehmensgröße, sondern der Zielgruppe und des Absatzmarktes. Wer etwas verkaufen will, benötigt einen Shop. Für einen Friseur kann es ausreichen, nur seine Öffnungszeiten online zu stellen“, sagt Wolf.

Kosten - Paketlösungen für Internetseiten gibt es ab zehn Euro monatlich

Bei der Auswahl des Webhosters sollte man sich nicht von Sonderaktionen beeindrucken lassen, sondern auf die dauerhaft anfallenden Kosten achten, rät der Telekommunikationsexperte. Hier gilt es zu vergleichen, ob alle benötigten Funktionen, beispielsweise ausreichend E-Mail-Adressen und die Möglichkeit, eigene Datenbanken einzurichten, in den Paketen enthalten sind. Betriebe sollten unbedingt auf versteckte Kosten achten. Bei einigen Paketen kann es teuer werden, wenn ein gewisses Datenvolumen überschritten wird, warnt Wolf. Zudem muss man aufpassen, dass man nicht unnötige Sicherheitsprogramme oder eine Hörbuch-Flatrate mit erwirbt. Auch Vertragslaufzeiten sind ein heikles Thema. So werben Webhoster mitunter dafür, ohne Mindestvertragslaufzeiten auszukommen. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen wird dann aber eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten angesetzt.

Informationen
| Suchmaschinenoptimierung ist Trumpf |
Wer eine Webseite haben möchte, muss diese entwerfen, auf den Webserver hochladen und die Firmenadresse registrieren lassen. Nun kommt es darauf an, die neue Homepage bekannt zu machen. Dazu gehört, die Adresse auf Visitenkarten, Briefpapier und in den Gelben Seiten an gut sichtbarer Stellen zu präsentieren. Noch wichtiger aber ist das, was die Spezialisten „Search Engine Optimization“ (SEO) nennen.
Durch SEO wird erreicht, dass die Seite von Google & Co. überhaupt gefunden wird. Durch den richtigen Aufbau der Seite und die Auswahl der Stichworte verbessert sich die Platzierung in den Trefferlisten. Viele Webhoster-Pakete enthalten bereits SEO-Werkzeuge. Ist man mit den Ergebnissen bei Google, Bing, Yahoo oder Metager.de dennoch unzufrieden, kann es sinnvoll sein, einige Euro zusätzlich in einen SEO-Spezialisten zu investieren.

Obwohl die heutigen Baukastensysteme bereits viele unterschiedliche Webseiten ermöglichen, sehen Experten den Seiten an, wie sie entstanden sind. Für geschmackvollere Seiten sollte es dann doch etwas mehr sein. Lokale Webdesigner finden sich im Internet gerade in Berlin viele (Aufruf über Berlin Webseiten für kleinere Unternehmen). Welcher Webdesigner zu den eigenen Ansprüchen passen kann, zeigt im besten Fall bereits die Gestaltung der Anbieter-Webseite. Eine selbstbewusste Agentur wird zudem nicht darauf verzichten, in den Referenzen auf die besten Arbeiten hinzuweisen. „Achten Sie ruhig darauf, wie alt die Referenzen sind“, rät IT-Experte Christian Wolf.

Die eigene Webvisitenkarte muss freilich nicht ständig aktualisiert werden. Wichtig ist nur, dass die Angaben auf dem neuesten Stand sind. Das gilt besonders für Anschrift, Telefonnummer, Mail-Adressen und Öffnungszeiten. Ganz wichtig: Jede geschäftliche E-Mail sollte binnen 24 Stunden beantwortet werden, zumindest sollte bis dahin der Eingang bestätigt sein.

Bei Seiten, die durch regelmäßig veröffentlichte Neuigkeiten auf sich aufmerksam machen, wird statt einer statischen eine dynamische Webseite programmiert. Texte und Fotos werden dabei in einer Datenbank gespeichert, auf die über ein so genanntes Content Management System zugegriffen werden kann. „Solche Systeme müssen nicht teuer sein, Programme wie Typo3 oder Joomla! sind sogar kostenfrei, sagt Webhoster-Experte Wolf. Der Vorteil besteht darin, dass für Änderungen auf der Webseite nur die Datenbankeinträge geändert werden müssen. Das kann auch innerhalb der Firma geschehen, ohne dass jedes Mal die Agentur neu beauftragt werden muss. So werden Kosten gespart, und Änderungen an der Webseite gehen schneller online.

Kurt Sagatz


Aus der Ausgabe 5 / 2010

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