Champagner inklusive

Die Berliner Hotellerie will im Advent Gäste mit Spezialangeboten locken. Viele Häuser bieten in der Weihnachtszeit Kombipakete an
Der Einzelhandel hofft in der Vorweihnachtszeit auf gute Geschäfte.
Foto: dpa

Nicht mehr lange, dann beginnt die Adventszeit und damit die umsatzstärkste Zeit des Jahres für den Einzelhandel. Die Schaufenster der Kaufhäuser und Boutiquen werden dann wieder aufwändig geschmückt, Kudamm, Friedrichstraße und all die anderen Einkaufsstraßen in einem Meer aus Lichtern erstrahlen.

Auch die Hoteliers der Stadt bereiten sich auf die Wintersaison vor. Gerade um die Weihnachtszeit nimmt die Zahl der Geschäftsreisenden ab, die Einnahmen aus Tagungen und Konferenzen gehen zurück. Und so wirbt das Gastgewerbe um die Gunst der Touristen – die gerade an den vier verkaufsoffenen Adventssonntagen in Scharen in die Stadt strömen. Dabei wollen viele Hotelbetreiber nichts dem Zufall überlassen. Paketlösungen, die über die hoteleigenen Leistungen hinausgehen, sind jetzt gefragt.

Partner für unsere Aktion sollten Shopping im High-End-Segment bieten

Das Concorde-Hotel an der Augs‑burger Straße bietet seinen Gästen in diesem Jahr ein besonderes Übernachtungs- und Einkaufserlebnis an. Ab 184 Euro können Interessierte das „Shop in the City“-Angebot des Fünf-Sterne-Superior- Hauses buchen.
Darin enthalten sind zwei Übernachtungen im Doppelzimmer inklusive Frühstück sowie ein Drei-Gänge-Menü in der französischen Brasserie Le Faubourg. Darüber hinaus können die Berlin-Besucher in ausgewählten Kaufhäusern und Boutiquen zu besonderen Konditionen einkaufen. Mit dabei sind die berühmten Adressen KaDeWe und Galerie Lafayette. Bei Montblanc etwa erhalten die Hotelgäste einen Gutschein in Höhe von 35 Euro, in der Bally Boutique werden sie mit einem Glas Champagner und einem Präsent begrüßt. Da kommt Einkaufsstimmung auf.

„Die Idee für Shop in the City entstand im vergangenen Jahr bei unseren Kollegen im Concorde-Hotel Paris“, sagt die PR-Managerin des Berliner Hauses, Jessica Esser. „Das Angebot ist sehr gut angenommen worden, deshalb wollten wir das jetzt auch hier ausprobieren.“ Als Gäste erwartet Esser vornehmlich Touristen, die in der Großstadt nach Weihnachtsgeschenken oder Souvenirs schauen möchten und die das besondere Shopping-Erlebnis suchen.

Können sich noch weitere Einzelhändler an der Aktion beteiligen? „Herzlich gern“, sagt Esser. „Allerdings sollten die Partner zu unserem Konzept passen, das heißt Shopping im High-End-Segment bieten.“ Bis Ende Januar gilt das Angebot des Concorde-Hotels. Die ersten Gäste haben ihren Besuch bereits angekündigt.

Firmeninfo
| Hollywood Media Hotel |
Geschäftsführer: Artur Brauner
Adresse: Kurfürstendamm 202,
10719 Berlin
Umsatz: k. A.
Mitarbeiter: 45
Telefon: 030 / 88 91 00
Web: www.filmhotel.de

Weniger auf das Shopping-Erlebnis als auf Kultur und Entspannung setzt das Hollywood Media Hotel. Passend zur Jahreszeit hält das Haus am Kurfürstendamm das Winterträume-Package bereit. Für 163 Euro bettet sich der Gast zwei Nächte in einem nach Marilyn Monroe, Heinz Erhardt oder anderen großen Filmstars benannten Doppelzimmer – eine kleine Überraschung wartet bereits. Das Sektfrühstück ist ebenso inbegriffen wie die Nutzung des Wellnessbereichs mit Dampf- oder Trockensauna und Fitnessraum. Zum Paket gehört auch ein Ticket für die Show „Winterträume“ im Friedrichstadtpalast. Nicht nur die Showkostüme seien atemberaubend, wirbt das Theater an der Friedrichstraße für die Winterträume. Im Dezember gibt es die abgewandelte Weihnachtsedition, eine stimmungsvolle Puderzuckervariante. Buchbar ist das Angebot vom 1. Dezember 2009 bis zum 28. Februar 2010, sofern es noch Karten für die Vorstellung gibt.

„Wir bieten solche Aktionen jedes Jahr an“, sagt Denise Meyer, Verkaufs- und Marketingdirektorin des Hollywood Media Hotels. Ebenso im Angebot sind Musical-Packages für Dirty Dancing oder die Blue-Man-Group. Für das Vorweihnachtsgeschäft ist Meyer frohen Mutes, nicht zuletzt, weil das Hotel direkt am dann festlich geschmückten Kudamm liegt, der gerade Touristen zum Kaufen lockt. „An den Adventswochenenden sind wir schon fast ausgebucht“, sagt sie. „Über die Feiertage wird es aber wohl etwas leerer werden. Wer fährt schon gern zu Weihnachten weg?“ Zurzeit wird noch über ein weiteres Angebot für alle Hotelgäste nachgedacht: Im hauseigenen Kino mit 99 Plätzen könnte jeden Freitag im Advent ein Film gezeigt werden. Die „Feuerzangenbowle“ etwa oder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Berliner Hotel- und Gaststättenverbandes, kann solche Angebote nur gutheißen. „Kreativ muss man immer sein, heute mehr als früher“, sagt er. Das Gewerbe sei äußerst preissensibel, selbst Stammgäste würden häufiger wechseln, den Reiz des Neuen suchen. Ob die Berliner Hotellerie an das Rekordjahr 2008 anknüpfen könne, werde sich zeigen. Lengfelder geht aber davon aus, dass die Stadt zumindest an den Adventswochenenden voll sein wird.

Birte Honsa


Aus der Ausgabe 11 / 2009

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