Jetzt gehts los!
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Voll im Bilde: Damit die Gäste gut sehen, darf die Leinwand nicht reflektieren. Foto: Berthold Stadler/ddp |
Es muss ja nicht gleich das Brandenburger Tor sein. Aber so eine kleine Leinwand im Biergarten oder ein Flachbildfernseher an der Wand, das kann doch eigentlich fast jeder anbieten. Es ist so weit: Vom 7. bis 29. Juni messen sich die besten Fußballer Europas bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Doch wer bis dahin seinen Gästen oder auch den Mitarbeitern noch eine Möglichkeit zum Public Viewing schaffen möchte, sollte sich beeilen. Denn es gilt einige Regeln zu beachten.
Unkompliziert ist es, wenn die Spiele innerhalb der Gaststätte übertragen werden. Eine Leinwand gibt es im Fachhandel schon für um die 100 Euro zu kaufen. Beamer kosten ab 700 Euro aufwärts. Wem das zu teuer ist, der kann sich das Equipment auch bei Veranstaltungstechnik-Fachgeschäften leihen, zum Beispiel bei Geier-Tronic in Kreuzberg oder Akustik in Wilmersdorf. Allerdings dauert die EM drei Wochen — also möglichst ein Komplettangebot buchen.
"Ob die Behörden so entspannt wie bei der WM
im eigenen Land reagieren, ist fraglich"
Daniel Fiebig, EM-Koordinator der IHK
Etwas kniffliger wird es, wenn die Fußballspiele im Freien übertragen werden und dafür mehr als nur der Fernseher auf die Terrasse gestellt wird. Zum einen sollte sichergestellt sein, dass auch bei Tageslicht auf der Leinwand etwas zu erkennen ist. „Gerade bei Tageslicht ist die Qualität der Leinwand sehr wichtig“, rät Lothar Herr von der Torfabrik Alois S. „Sie sollte möglichst nicht reflektieren und von hinten nicht durchscheinend sein.“ Heer kennt sich aus: Zur EM will er wieder spieltäglich mehr als 2000 Fans im ehemaligen Umspannwerk in der Kopenhagener Straße mit Fußball und Bier versorgen. Walter Mönster von Geier-Tronic empfiehlt bei Tageslicht Rückprojektoren, also tageslichtfähige Beamer. Doch die kosten selbst leihweise mehrere Hundert Euro.
Falls für die Fußballabende die Straße benutzt wird, muss eine Sondererlaubnis beim Bezirksamt beantragt werden. Diesem Antrag werde meist stattgegeben, sagt Daniel Fiebig, EM-Koordinator der IHK. Das Thema Lärm sei heikler: „Das ist schon bei normalem Kneipenbetrieb ein Dauerbrenner.“ Falls sich Anwohner beschwerten, müsse die Behörde einschreiten. „Ob alle wieder so entspannt wie bei der WM im eigenen Land reagieren, ist fraglich.“ Eine Ausnahmegenehmigung für die Zeit nach 22 Uhr sei aber nach dem Landesemissionsgesetz grundsätzlich möglich. Wer Fußballspiele in der Öffentlichkeit präsentiert — egal, ob in der Kneipe oder in der eigenen Firma — muss außerdem ein paar Gebühren mit einberechnen: So muss jedes Fernsehgerät ordnungsgemäß bei der GEZ angemeldet werden. Auch die GEMA bittet beim Public Viewing zur Kasse (siehe Kasten): Bei EM-Spielen werden am Rande auch urheberrechtlich geschützte Beiträge ausgestrahlt.
Für eine TV-Übertragung mit einer Bildschirm- oder Leinwanddiagonale bis zu drei Metern erhebt der Ausrichter UEFA keine Gebühr. Ist die Fläche größer, ist eine kostenfreie Lizenz erforderlich. Und wenn dazu noch Eintritt genommen werden soll, wird eine Lizenzgebühr fällig: pro Spiel und Bildschirm sechs Euro je Quadratmeter. Ist alles rechtzeitig beantragt und angemeldet, fehlt nicht mehr viel zur perfekten WM-Party: eventuell Zelte oder Schirme als Sonnenschutz, Bänke, ein paar Snacks. Und natürlich ausreichend Getränke (Kühlanlage nicht vergessen!) und Gläser. Hier helfen meist die Brauereien, die das Bier liefern.
Juliane Schäuble
Firmeninfos
Geier-Tronic Videotechnik GmbH
Geschäftsführer: Walter Mönster
Adresse: Gneisenaustr. 60, 10961 Berlin
Telefon: 030 / 6 92 55 59
Akustik Veranstaltungstechnik
Geschäftsführer: Axel Kirsch
Adresse: Bessemerstr. 38–42, 12103 Berlin
Telefon: 030 / 89 72 49 65
Aus der Ausgabe 5 / 2008

