Guter Rat Auto

Als Fahrer auf Winter programmiert?

Rutschfest fahren ist jetzt angesagt

» Das Fahrzeug ist gewissermaßen nur die unerlässliche Hardware, die auf rutschige Straßen eingestellt sein muss, um sicher und unfallfrei über die nächsten Monate zu kommen. Ebenso  entscheidend dafür, wie man Glatteis, Schneematsch, spiegelglatte Fahrbahnen sowie Sichtbehinderungen durch Raureif und salzige Gischt meistert, ist, dass man als Fahrzeuglenker auch auf Winter programmiert ist. Das verlangt, dass man sich gedanklich auf die veränderten Fahrbedingungen einstellen und sein ganzes Verhalten daran anpassen muss. Am Auto selbst ändert sich bis auf die Reifen praktisch nichts. An seinen Reaktionen auf die winterlichen Fahrbahnverhältnisse dafür umso mehr. Um sicher voran zu kommen, gelten plötzlich ganz andere Regeln.

» Schon das Herbstlaub, das noch viele Straßen bedeckt, steckt voller Risiken. Denn nass und breit gefahren kann es fast so glatt wie Eis sein. Sommerliches Tempo ist damit nicht mehr angezeigt. Denn wenn die Straßen nass und glatt sind, muss man Kurven weniger flott nehmen und braucht sehr viel längere Bremswege. Und da sich die Reaktionsgeschwindigkeit mit der Jahreszeit nicht verändert, bleibt nur ein einziger Weg, sich den neuen Bedingungen anzupassen: Man muss die Sicherheitsabstände vergrößern und langsamer fahren.

» Der Tritt aufs Gaspedal beim Anfahren auf Schnee muss ebenso wie der Tritt auf die Bremse besser dosiert werden, damit die Räder nicht durchrutschen oder blockieren. Gefährlich auf glatten Fahrbahnen sind auch hektische Lenkbewegungen. Zum Glück haben moderne Autos viele elektronische Helfer an Bord, die das Fahren im Winter sicherer machen.
» Das Anti-Blockier-System unterstützt beim Bremsen, Anfahren und Beschleunigen die Antriebsschlupfregelung. Und wenn das Fahrzeug auszubrechen droht, sorgt die Fahrdynamikregelung ESP dafür, dass das Fahrzeug auf Kurs bleibt. Allerdings nur, wenn man beachtet, dass keines dieser Systeme die Gesetze der Physik außer Kraft setzen kann. Wer mit zu hohem Tempo in eine eisglatte Kurve fährt oder auf winterlicher Fahrbahn zu dicht auffährt, den rettet auch das raffinierteste elektronische Assistenzsystem nicht vor einem Unfall.

» Sicheres Fahren im Winter ist vor allem auch Erfahrungssache. Wann immer möglich, sollte man deshalb an Stellen, an denen man andere nicht behindert, einfach einmal probieren, wie sich das eigene Fahrzeug bei einer Vollbremsung auf Schnee verhält und ein ausbrechendes Heck wieder einfangen. Noch besser ist es, wenn man sich die Zeit für ein Sicherheitstraining mit professionellen Instruktoren nimmt.

ivd


aus Ausgabe 9/2008
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