Alles unter Kontrolle
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Keine Angst vor Aquaplaning: Wer die richtigen Reaktionen kennt und oft genug geübt hat, gerät bei Gefahr nicht so schnell in Panik. Foto: ADAC |
Ein Kind, das plötzlich auf die Fahrbahn läuft, ein Auto, das die Kurve zu schnell nimmt und ausbricht, ein vorausfahrender Laster, der Ladung verliert, die man erst in letzter Sekunde im Scheinwerferlicht sieht — solche Situationen lösen bei den meisten Autofahrern Panik aus. Die meisten reagieren dann falsch, so dass ein schwerer Unfall geradezu programmiert ist.
Dabei ist man in so gefährlichen Lagen weit weniger hilflos, als die meisten vermuten. Auch in kritischen Fällen reicht oft ein beherzter Griff ans Lenkrad, ein kräftiger Tritt aufs Bremspedal oder auch nur schnelles Auskuppeln, um der vermeintlich unausweichlichen Gefahr zu entgehen — vorausgesetzt, man hat solche Situationen schon einmal erlebt und die dann erforderlichen Gegenmaßnahmen geübt.
Sicherheit auf den Straßen üben, Grenzsituationen im Auto praktisch erfahren und die passenden Reaktionen gezielt trainieren, darum geht es bei Fahr- und Sicherheitstrainings. Hier lernt man unter Anleitung wie man richtig sitzt und lenkt, in Gefahrensituationen bremst, schnelle und sichere Ausweichmanöver fährt oder ein ausbrechendes Fahrzeug abfängt.
Wichtig ist eine Fahrsicherheitstraining nicht nur für Privatleute, sondern auch für Unternehmer. Und für ihre Mitarbeiter, zum Beispiel wenn sie im Außendienst einen Kleintransporter fahren müssen, aber nur einen Pkw- Führerschein besitzen. Aber auch erfahrene Lkw-Fahrer, die jeden Tag am Steuer sitzen, können bei speziell auf sie ausgerichteten Fahrsicherheitstrainings noch eine Menge dazulernen.
Zu viel Übung gibt es nicht. Auch für langjährige Berufsfahrer lohnt sich das Training
Für alle Trainings gilt grundsätzlich: Man kann nie zu viel üben. Egal, ob man seine Kenntnisse in einem Aufbautraining vertieft oder sich bei einem Wiederholungstraining die wichtigsten Regeln in Erinnerung ruft – je öfter man die richtigen Reaktionen geübt und je besser man sie im Griff hat, desto größer ist die Chance, dass man bei Gefahr nicht in Panik gerät.
Der größte Anbieter von Fahrsicherheitstrainings ist der ADAC. Auf seinen bundesweit 57 Trainingsanlagen mit 630 Trainern bietet er ein breites Programm von Anfängerkursen, darunter auch spezielle Trainings für junge Fahrer, Aufbautrainings, Trainings für Frauen oder Sicherheitstrainings für Wohnmobilfahrer. Außerdem gibt es spezielle Trainings für Fahrer von Kleintransportern, Lkws und Bussen.
» ADAC Fahrsicherheitszentrum Berlin-Brandenburg
Telefon: 033844 / 75 07 50
Web: www.adac.de/fahrsicherheitstraining/
» Audi driving experience
Telefon: 0841 / 893 29 00
Web: www.audi.de/driving
» Volkswagen driving experience
Telefon: 0800 / 893 83 68
Web: www.volkswagen-driving-experience.de
» BMW Fahrer-Training
Telefon: 01805 / 32 47 37
Web: www.bmw-fahrertraining.de
» Mercedes-Benz Driving Events
Telefon: 089 / 950 60 51
Web: www.mercedes-benz.de/driving-events
» Porsche Sport Driving School
Telefon: 0711 / 91 17 86 83
Web: www.porsche.de/sportdrivingschool
» Driving Center Groß Dölln
Telefon: 030 / 988 34 89 60
Web: www.drivingcenter.de
Auch bei vielen Fahrzeugherstellern lassen sich Fahrsicherheitskurse absolvieren. Das gilt zum Beispiel für die Kurse der „Audi driving experience“, die vom Basistraining über Aufbau- und Intensivtrainings bis zum Cheffahrertraining reichen und inzwischen auch ein Training für Rollstuhlfahrer beinhalten. Bei der „Volkswagen driving experience“ reicht die Palette der Trainingsprogramme vom Profi-Sicherheitstraining über ein Offroad-Training bis zum sportlichen Fahrtraining. Verschiedene Stufen von Sicherheitstrainings bis hin zum regelrechten Rennstreckentraining enthält das Programm des BMW-Fahrertrainings. Ein vergleichbares Angebot gibt es auch von Mercedes-Benz. Besonders sportorientiert ist hier das Training von AMG. Ein ausgeprägt sportliches Angebot gibt es schließlich auch bei Porsche. Nicht weit von Berlin entfernt in der Schorfheide liegt das Übungsgelände des Driving Centers Groß Dölln auf dem Gelände eines früheren russischen Militärflugplatzes, wo neben Pkw-Kursen auch spezielle Nutzfahrzeugtrainings angeboten werden.
Nutzfahrzeuge sind zu allen Jahreszeiten, bei Tag und Nacht und jedem Wetter unterwegs. Überlastete Straßen und Staus, sowie großer Kosten- und Termindruck belasten die Fahrer zusätzlich. Darum ist es wichtig, dass auch Fahrer mit langjähriger Routine auf besondere Gefahrensituationen vorbereitet sind. Eine Vollbremsung mit einem voll beladenen Fahrzeug zum Beispiel, bei dem die Bremsen ausfallen – denn selbst dann gibt es noch Möglichkeiten, einen Wagen sicher zum Stehen zu bringen. Das alles kann man im Spezialtrainings lernen, die extra auf die Bedürfnisse von Nutzfahrzeugfahrern zugeschnitten sind.
Fahrer von Kleintransportern etwa besitzen in aller Regel nur den Pkw-Führerschein. Diese Prüfung aber hat sie nicht vorbereitet auf Probleme wie die begrenzte Rundumsicht und die Unübersichtlichkeit eines Transporters, auf tote Winkel, Seitenwind, enge Einfahrten und den enormen Einfluss der Beladung auf das Fahrverhalten. Diese Lücken können im Ernstfall brandgefährlich werden. Dagegen helfen spezielle Kleintransportertrainings, für Gefahren zu sensibilisieren und Notmanöver zu trainieren. Davon profitieren ganz sicher nicht nur Anfänger, sondern auch erfahrene Lenker.
Die Fahrer von Nutzfahrzeugen haben oft nur einen Pkw-Führerschein
Dasselbe gilt für die Fahrer von Lkws aller Klassen. Und ein ganz spezielles Trainingsprogramm hält der ADAC schließlich auch für Busfahrer bereit. Spektakuläre Unfälle signalisieren immer wieder den Handlungsbedarf, der hier besteht. Im Training werden Unfallschwerpunkte und kritische Fahrsituationen aufgegriffen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt beim Thema Bremsen.
» DEKRA Akademie
Telefon: 01805 / 33 57 30
Web: www.dekra.de/1789
» TÜV Rheinland Service-Center
Telefon: 0800 / 848 40 06
Web: www.tuv.com/de/fahrsicherheitstraining_1.html
» Mercedes-Benz Profi Training
Telefon: 089 / 95 82 10 50
Web: www.mercedes-benz.de/Profi-Training
» MVD – VMT
Telefon: 089 / 242 02 75 73
Web: www.man-mn.com
Fahrsicherheitstrainings für Nutzfahrzeugfahrer bietet auch die Dekra-Akademie an, die solche Trainings unter anderem auch mit Kursen zum energiesparenden Fahren kombiniert. Auch von verschiedenen Technischen Überwachungsvereinen (TÜV) werden Fahrsicherheitstrainings für Lkw-Fahrer angeboten. Abgerundet wird dieses Angebot durch Sicherheitstrainings von Fahrzeugherstellern. So gibt es von Mercedes-Benz ein vielseitiges Angebot von Trainings für Lkw-Fahrer, wobei die speziellen Trainings-Notbremsungen mit kompletten Sattel- und Gliederzügen selbst für erfahrenen Trucker eine besondere Herausforderung sind. Und auch von MAN und Scania werden Lkw-Fahrsicherheitstrainings angeboten.
Natürlich sind diese Trainings auch ein Kostenfaktor. Doch grundsätzlich gilt, dass selbst das teuerste Training weniger kostet als ein einziger Unfall.
Ingo von Dahlern
Aus der Ausgabe 5 / 2009
