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Wer im Auto elektrische Geräte anschließen will, hat inzwischen viele Möglichkeiten – vom einfachen Zigarettenanzünder bis zur 230-Volt-Steckdose. Aber nicht jede Stromquelle ist für jeden Zweck geeignet
Um den Handyakku aufzuladen, reichen auch günstige Wechselrichter.
Foto: Mike Wolff

Zigarettenanzünder im Auto – brauche ich nicht, sagen die Nichtraucher unter den Fahrzeuglenkern. Doch die auf den ersten Blick so überflüssige Ausstattung kann sich zu einer nützlichen und vielseitigen Quelle für das erweisen, was sie statt Nikotin auch im Auto immer öfter brauchen: elektrischen Strom, um die verschiedensten mobilen Kommunikations- und Datenverarbeitungsgeräte vom Mobiltelefon über das mobile Navigationssystem bis zum Laptop zu betreiben.

Natürlich haben die alle Akkus. Aber die haben auch nur eine begrenzte Kapazität. Und immer wieder passiert es, dass man vergisst, sie regelmäßig aufzuladen. So ist es auch dem Autor dieser Zeilen ergangen. Erst kurz vor dem Aufbruch zu einem Termin war der Akku des Handys beinahe leer. Die verbleibenden 15 Minuten brachten zwar etwas Ladung in den Akku – aber nicht genug für die Telefonate, die noch zu erledigen waren.

Und als bei der knapp einstündigen Fahrt mit einem Shuttlebus schon bald das Handy tot war, bat ich den Fahrer, über sein Handy eine SMS senden zu dürfen. „Haben Sie ihr Ladegerät dabei“, fragte der. Ja, aber das funktioniere ja nur mit Netzspannung. „Kein Problem“, lächelte er und wies auf den Getränkedosenhalter in der Mittelkonsole. Dort steckte ein Plastikzylinder in der Größe einer Bierdose. Doch wo solche Dosen normalerweise ihren Deckel haben, glänzte hier eine 230-Volt-Netzsteckdose.

Vom Zylinder aus dem Getränkehalter führte ein Kabel in eine von drei Steckdosen einer Steckerleiste, die mit der Zigarettenanzünderdose verbunden war. Dazu gab es auch noch einen USB-Anschluss. Bereitwillig erklärte der Fahrer, dass man für den Anschluss von Geräten mit 12 Volt Betriebsspannung eine der Steckdosen der Steckerleiste nutzen könne. Der USB-Anschluss erlaube es, MP3-Player, Digitalkameras, PDAs und diverse andere Geräte zu laden und zu betreiben. Und die Netzsteckdose sei der Ausgang eines Gerätes, das im Zubehörhandel als so genannter Spannungswandler angeboten werde, obwohl er genau genommen ein Wechselrichter sei. Denn der wandele den 12-Volt-Gleichstrom des Bordnetzes in 230-Volt-Wechselstrom um.

Kaum überschaubar ist das Angebot an Doppel- und Mehrfachsteckern

Die Zigarettenanzündersteckdose sei allerdings nicht die einzige Stromquelle in seinem Auto, fuhr der Fahrer fort. Denn im Kofferraum habe er eine weitere Dose, die bei diesem Modell übrigens Serienausstattung sei. Und auch die erwies sich als genutzt. Denn von ihr führte ein Kabel zu einer tragbaren Kühlbox. „Wenn Sie ein kühles Getränk wünschen, dann greifen Sie gerne zu“, sagte er höflich.  So wurde die Zigarettenanzünderdose als multifunktionale Stromquelle im Auto für uns zum Thema. Wer sich in Autozubehörgeschäften ein wenig umsieht oder im Internet gezielt surft, findet eine Vielzahl von Zubehör und speziellen Geräten für diesen Zugang zum elektrischen Bordnetz des Autos.

Kaum noch überschaubar ist das Angebot an Doppel- und Mehrfachsteckern, die zum Teil gewinkelt oder drehbar sind, um auch versteckt platzierte Zigarettenanzünderdosen optimal nutzen zu können. Adapter für verschiedene Steckernormen, Verlängerungskabel, spezielle Power-Steckdosen für Geräte mit hoher Leistungsaufnahme und sogar mit Funkfernbedienung schaltbare Steckdosenleisten werden angeboten.
Immer breiter wird vor allem das Angebot von Steckerleisten mit USB-Steckdosen. Wer nur einen USB-Anschluss benötigt, bekommt den auch als gerade einmal die Steckdose füllenden Mini-Adapter. Wer mehr anschließen will, kann zur Steckerleiste mit diversen USB-Anschlüssen greifen.

Eine Spezialität sind so genannte MagCode Power Ports, bei denen Steckdose und Gerät mit einem magnetischen System besonders zuverlässig verbunden werden – eine Technik, die sich zum Beispiel für Notebooks, Ladegeräte und Kühlboxen empfiehlt. Bei Volkswagen gehört diese Technik beim Multivan zum Beispiel bereits zur Serien­ausstattung. Zum Standard sind Steckdosen im Heck des Wagens im Laderaum bereits bei zahlreichen Kombis und Minivans geworden.

Als überraschend vielseitig präsentiert sich das Angebot an Geräten, die sich direkt über die 12-Volt-Steckdosen im Auto betreiben lassen. Es reicht von Leuchten aller Art über Tauchsieder, Kaffeemaschinen, Wasserkocher und Campingkocher bis zum Babykostwärmer und Kühlboxen, die oft auch durch einfaches Umpolen des Anschlusses zur Warmhaltebox werden können. Kühlboxen sind besonders hilfreich, wenn man bei hohen Außentemperaturen Tiefkühlprodukte kauft und die ohne Unterbrechung der Kühlkette sicher nach Hause bringen möchte. Und sehr praktisch sind auch kleine elektrische Luftpumpen oder Kompressoren, mit denen man Reifen, aber auch Schlauchboote oder Luftmatratzen aufblasen kann.

Die Schere öffnet sich zwischen Freizeitgebrauch und professionellem Einsatz

Manche dieser Geräte sind so ausgelegt, dass sie sowohl am 12-Volt-Netz des Autos als auch zu Hause am 230-Volt-Netz betrieben werden können. Ist das nicht vorgesehen, kann man sie mit einem so genannten Auto-Heim-Netzadapter auch am normalen Hausnetz nutzen.
Und auch für ein spezielles Problem von Lkw-Fahrern gibt es Lösungen. Deren Bordnetz arbeitet nämlich mit einer Spannung von 24 Volt Gleichstrom. Damit auch dort mit 12-Volt-Geräten gearbeitet werden kann, gibt es Spannungswandler, die aus den 24 Volt des Lkw-Netzes 12 Volt machen.
Und damit sind wir wieder bei den bereits erwähnten Wechselrichtern. Wer ein solches Gerät braucht, das 230 Volt Wechselstrom liefert, muss schon genau wissen, was er an dessen Netzsteckdose anschließen möchte, und insbesondere darauf achten, wie viel Leistung das angeschlossene Gerät aufnimmt. Hier gibt es erhebliche Unterschiede. (siehe Kasten). 

Informationen
| Strom im Auto: Für Mobiltelefon und Notebook reichen preiswerte Geräte |
Wechselrichter, die auch als Spannungswandler bezeichnet werden, erzeugen aus dem 12- oder 24-Volt-Gleichstrom des Pkw- oder Lkw-Netzes einen 230-Volt-Wechselstrom. Zu beachten ist allerdings: Der Wechselstrom im Auto hat im Gegensatz zum Hausstrom einen modifizierten Sinusverlauf. So lange es nur darum geht, so-genannte ohmsche Verbraucher wie Lampen, Kochplatten oder Notebooks zu betreiben, reicht das aus, genauso wie für so genannte induktive Verbraucher . Das sind in der Regel Geräte mit Elektromotoren. Allerdings muss man beachten, dass die beim Anlaufen eine Leistung benötigen, die das Drei- bis Zehnfache ihrer Nennleistung betragen, und einen Wechselrichter wählen, der solche kurzzeitigen Spitzenbelastungen verträgt. Wer einen rein sinusförmigen Wechselstrom braucht, muss etwas mehr bezahlen. Das ist bei so genannten kapazitiven Verbrauchern der Fall, wie zum Beispiel Blitzlampen oder Entladungslampen – dazu gehören auch Leuchtstofflampen und damit auch Energiesparlampen. Und auch Kaffeepadmaschinen sowie Steuerungen und Regelungen funktionieren mit Wechselstrom mit modifiziertem Sinus nicht. Teurere Wechselrichter empfehlen sich auch dann, wenn sie für den Dauerbetrieb vorgesehen sind. Fazit: Wer zwischendurch Strom für Netz- oder Ladegeräte braucht, ist mit einem preiswerten Wechselrichter in der Regel bestens bedient.

In den Anforderungen an den Anschluss öffnet sich dann auch die Schere zwischen Geräten für den  Alltagsfahrer und den normalen Freizeitgebrauch und Stromquellen, die für den professionellen Einsatz verwendet werden sollen. So braucht ein Werkstattwagen, in dem auch verschiedene elektrische Werkzeuge und Maschinen eingesetzt werden, unbedingt ein speziell dafür gestaltetes Bordnetz, das aber durchaus aus der Fahrzeugbatterie und eventuell zusätzlichen Versorgungsbatterien betrieben werden kann.

Die Zigarettenanzündersteckdose reicht aus, wenn es um Betrieb und Ladung der verschiedenen elektronischen Geräte an Bord geht, hier und dort einmal ein Getränk gekühlt, ein frischer Kaffee bereitet, eine abendliche Beleuchtung betrieben oder auch das eine oder andere Werkzeug benutzt und anschließend dessen Batterie wieder aufgeladen werden soll. Und schon mit zwei- bis dreistelligen Euro-Beträgen kann man einen normalen Pkw so ausrüsten, dass ganz nach Bedarf 12 Volt Gleichstrom, 5 Volt Gleichstrom über USB und 230 Volt Wechselstrom jederzeit über die Steckdose des Zigarettenanzünders oder zusätzliche Steckdosen im Fahrzeugheck zur Verfügung stehen – und das, wenn nötig, auch für ein verlängertes Wochenende oder noch längere Touren.

Wenn man dann zur Sicherheit auch noch einige Euro dafür ausgibt, etwas mehr Strom fressende Geräte über einen so genannten Batteriewächter anzuschließen, dann muss man nicht befürchten, dass die Fahrzeugbatterie so weit geleert wird, dass ihre Kraft zum Fahrzeugstart nicht mehr ausreicht – denn der Wächter schaltet alle Verbraucher aus, wenn sie die Batterie mehr schwächen als zulässig.

Ingo von Dahlern


Aus der Ausgabe 6 / 2009

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