Guter Rat - Privat

Auf der Sonnenseite

Zu heiß im Büro? Unsere Tipps für einen Sommer im Freien: Strandbars, Biergärten, Restaurants und Public Viewing
Radialsystem V: Tagsüber Biergarten, nachts gefragte Location für Events und Partys direkt an der Spree Foto: promo
Sommer in Berlin. Alles drängt nach Draußen. Wer die Zeit dafür hat, schlürft Cocktails in der Strandbar, hechtet Volleybällen hinterher oder genießt ein Menü mit Spreeblick. Vielbeschäftigte Manager und Unternehmer kommen zu so was ja nicht. Aber falls sich doch mal ein Zeitfenster auftut, sollte man wissen, wo sich der Besuch lohnt. Daher hat B-max Tipps für einen heißen Sommer zusammengestellt.
Besonders heiß wird es im Juni, dann verfällt die Stadt wieder dem Fußballfieber. Nach der Euphorie des Sommermärchens 2006 verspricht die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz vom 7. bis 29. Juni drei Wochen Fußballfest. Als Hauptstadt des Public Viewing bietet Berlin besonders viele Leinwände.

Strandbars
„Vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße“, hat sich Kurt Tucholsky gewünscht. Doch auch ohne Ostsee hat in der Stadt die Strandsaison begonnen. Und wenn man die Augen schließt, die Ausflugsdampfer vorbeischippern hört und die Füße in den Sand buddelt, liegt Berlin auch fast am Meer. Ob an der Spree oder am See – viele Strände und Strandbars laden dazu ein, mit einem Drink den Sonnenuntergang und das abendliche Berlin zu betrachten. Hier eine Auswahl:

» Die Strandbar Mitte im Monbijoupark war die erste Bar, die direkt am Spreeufer tonnenweise Sand aufschüttete, Palmen pflanzte und Liegestühle aufstellte. Doch das Ende der Bauarbeiten im Park bedeutet auch, dass die Strandbar dieses Jahr ohne Sand auskommen muss. Dafür entschädigt der Blick auf das Bode-Museum. Täglich ab 10 Uhr geöffnet.

» Am Bundespressestrand treffen sich Politiker und Medienleute bereits in der Mittagspause und behalten Reichstag, Kanzleramt und Hauptbahnhof vom Liegestuhl aus im Visier. Sandstrand, Strandkörbe und original philippinische Bambushütten mit Palmendach sorgen für das entsprechende Urlaubsambiente. Neben Feldern für Beach-Volleyball, Beachminton und Beach Soccer stimmen auch Kickertische auf den EM-Sommer ein. Neu im Programm: „Gesundküche“ für gestresste Großstadtmägen. Täglich ab 10 Uhr geöffnet.

» Mitten im Regierungsviertel liegt auch der Capital Beach mit direktem Blick auf den Hauptbahnhof. Ein atemberaubendes Panorama bietet diese Strandbar am Ludwig-Erhard-Ufer vor allem nachts, wenn die Südfassade des Riesenglaskastens im Scheinwerferlicht erstrahlt.

» Um die Sonne hinter dem Fernsehturm versinken zu sehen, sollte man zum Sundowner an den Oststrand gehen. Eher junges Szenepublikum. Täglich ab 10 Uhr, hinter der East Side Gallery.

» Die denkmalgeschützte alte Fischerhütte am Schlachtensee ist Weinhandlung, Restaurant mit Sonnenterrasse und Biergarten in einem. Fernab des Strandbadgedränges liegt ein kleiner Streifen Südstrand: die „Berliner Scholle Streusandbüchse“. Täglich ab 9 Uhr geöffnet. Biergärten

» Im Café am Neuen See geht es fast so bayerisch zu wie im Münchener Englischen Garten: am Ausschank sind Brez’n und Weißwurst, Leberkäs und Kraut und natürlich viel Weißbier zu haben. Hier muss man vor allem am Wochenende auf den Bierbänken eng aneinanderrücken. Alternativ geht’s mit einem geliehenen Ruderboot raus auf den See. Täglich ab 10 Uhr geöffnet.

» In der Nähe des Tegeler Sees findet man Berlins älteste Gaststätte, den Biergarten Alter Fritz. Im 1410 errichteten Gasthaus gibt es selbst gebrautes Bier, zum Beispiel das Sommerbier „Fritz Weizen“. Unter der Woche ab 16 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr.

» Das Schweizer Café Nola’s liegt fernab der Alpen am Weinberg in Mitte. Trotz hohen Szenefaktors geht es hier etwas ruhiger zu als in anderen Berliner Biergärten und ist daher eine gute Wahl für ein Treffen mit Geschäftspartnern. Täglich ab 10 Uhr geöffnet.

» Im Prater, dem wohl schönsten Biergarten der Stadt, trifft sich eine bunte Mischung aus Studenten, Familien und Touristen auf ein Praterpils. Weißwürste, Krakauer und Brezeln gibt’s in Lars Mehlhoses Würstchenbude. Täglich ab 12 Uhr geöffnet.

» Und von der Spreeterrasse des Radialsystem V aus hat man einen spektakulären Blick vom Fernsehturm bis zur Oberbaumbrücke. Wochentags ab 10 Uhr, am Wochenende ab 12 Uhr geöffnet.

Public Viewing
Wie schon zur Fußball-WM wird „11 Freunde“, das Magazin für Fußballkultur, gemeinsam mit dem Tagesspiegel ein „EM-Quartier“ in Berlin aufschlagen – diesmal im Fuhrpark der Arena Berlin, direkt an der Grenze zwischen Kreuzberg und Treptow, zwischen Flutgraben und Puschkinallee, vor und in einem ehemaligen Autohaus an der Spree. Mit Leinwänden, Pilsbuden und internationalem DJ-Programm.

» Auch in der Mercedes-Welt am Salzufer werden alle Spiele auf einer 48 Quadratmeter großen Indoor LED-Wand live übertragen. Bei Deutschland-Spielen erwartet die Gäste ein Programm mit Moderation, kulinarischen Angeboten, Show und Unterhaltung.

» Wer am liebsten gemeinsam mit einer halben Million Fans Fußball schaut, sollte sich auf die Berliner Fanmeile auf die Straße des 17. Juni begeben. Allerdings findet das Public-Viewing-Fest vor dem Brandenburger Tor erst in der letzten EM-Woche (ab 23. Juni) statt. Es werden also nur die beiden Halbfinalpartien und das Endspiel auf mehreren Großleinwänden gezeigt.

» Die vermutlich eindrucksvollste Kulisse für einen Fußballabend bietet die Zitadelle Spandau. In der Renaissancefestung gibt es zum Eröffnungsspiel 200 Liter Freibier. Montag bis Samstag ab 17 Uhr, sonntags ab 10 Uhr geöffnet.

Restaurants
» Wem das alles viel zu laut ist, der entscheidet sich vielleicht lieber für ein delikates Menü vor einem der Spitzenrestaurants der Stadt. Dazu gehört die Weinbar Rutz von Marco Müller. Die Küche ist wild, lustig, schräg, verspielt, nie langweilig und wurde erst kürzlich durch einen Michelin- Stern geadelt. Hinten raus sitzt es sich mitten in der Stadt ruhig und nett. Allerdings sieht man vom Tisch direkt an der Küche am besten, mit welcher Professionalität und Gelassenheit dieser gewagte Stil erreicht wird.
Moderne, sehr gehobene Bistro- Küche erwartet den Besucher des Horváth. Draußen hat man einen abwechslungsreichen Blick auf das Multikulti-Flair am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer. Wer es ruhiger mag, fährt nach Schmargendorf in Frühsammers Restaurant. Ein nobles, lichtes Restaurant, hübsch grün am Rand der Innenstadt gelegen.

Laura Wieland


Aus der Ausgabe 5 / 2008
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