Wellness

Tauchen Sie ab

Kälte und Dunkelheit – der Winter will kein Ende nehmen. In und um Berlin gibt es Oasen zum Entspannen und um neue Kraft zu tanken
Ruhezeit: Relaxen nach der Sauna
Foto: promo

Die schmale Straße windet sich durch den verschneiten Wald. Man ist hier nahe des märkischen Örtchens Briesen zwar nur etwas mehr als 80 Kilometer von Berlin entfernt. Dennoch liegen Welten zwischen der Hektik der Hauptstadt und dem idyllischen Gut Klostermühle am Madlitzer See. „Einigen Gästen ist die Ruhe hier richtig unheimlich, wenn sie ankommen“, sagt Yvonne Pampel, Leiterin der Rezeption. „Doch dann genießen sie es.“

Zur Ruhe kommen, die innere Balance wiederfinden – dafür steht auch der neue Wellnessbereich des Gutes, der im Herbst vergangenen Jahres fertiggestellt wurde. Gleich am Eingang lädt der Pool mit Unterwassermusik und Gegenstromanlage zum Schwimmen ein. Die Farbe des Wassers wechselt von Türkis über tiefes Blau bis zu einem warmen Rot. Am Beckenrand prasselt ein Kamin, nach Sonnenuntergang flackern überall Kerzen.
Vor den Fenstern liegt unter einer Schneedecke verborgen der Außenpool und der japanische Garten. „Der Garten verbindet Elemente der östlichen und der westlichen Gestaltung“, sagt Spa-Managerin Marit Müller. „Er zeigt die Verbindung der westlichen Wissenschaft mit der Weisheit des Ostens. Wir glauben an die Kombination, an die Integration in jedem Bereich“, beschreibt Müller das Konzept des Hauses.

Der Spa verfügt nicht nur über verschiedene Saunen und Dampfbäder sowie einen Fitness- und einen Kosmetikbereich. Er wird ergänzt um eine Abteilung, die sich Medical Wellness nennt.
Die medizinische Abteilung ist das Reich von Andreas Patrick Scheidemandel. Der Facharzt für Allgemeinmedizin wechselte vor wenigen Monaten von der Buchinger-Klinik am Bodensee, einer Spezialklinik für Heilfasten, hierher an den überschaubaren Madlitzer See. Scheidemantel hat ehrgeizige Pläne. Aus Gut Klostermühle möchte er ein Gesundheitszentrum für integrative Medizin machen, in der sowohl Naturheilverfahren als auch Schulmedizin zur Anwendung kommen.

Depressiven, gestressten und ausgebrannten Menschen möchte er dabei helfen, ihr Gleichgewicht wiederzufinden und zu sich selbst zu kommen. „Statt nach Kreta zu fliegen und ihre Probleme im Rotwein zu ertränken sollen die Menschen lieber hierher kommen, auf diese Insel der Ruhe mitten in der Mark“, sagt Scheidemandel. Internationales europäisches Publikum möchte der Mediziner anlocken. Am liebsten sollen die Gäste für eine Kur gleich zwei bis drei Wochen bleiben – auch wenn Scheidemandel das Wort Kur nicht mag. Das klinge zu verstaubt. Er will nicht Wehwehchen behandeln. „Ich will den ganzen Menschen packen.“
Mit viel Aufwand und Liebe zum Detail ist in Gut Klostermühle seit 1998 eine großzügiges Resort entstanden, verteilt auf das historische Fischerhaus, die Klostermühle und einige Neubauten plus Pferdestall und Reithalle. Die helle und individuelle Ausstattung der 66 Zimmer ergänzt die beruhigende Wirkung der Umgebung.

Die etwa einstündige Anreise aus Berlin lohnt sich auch, wenn man nur ein Wochenende entspannen, Energie tanken und nicht gleich sein ganzes Leben ändern will. Physiotherapie, Massage, Ayurveda und entschlackende Bäder stehen ebenso zur Verfügung wie vier verschiedene Restaurants – je nach Geschmack: rustikal, vital oder gehoben international.
Für frisch Verliebte ist die Spa-Suite der ideale Ort sich zu verwöhnen: Hier stehen neben einer privaten Sauna und einer Doppelbadewanne zwei Massageliegen zur Verfügung, ebenso wie ein Bett zum Kuscheln mit Blick auf den japanischen Garten. Auch Champagner, Lachs und Kaviar werden auf Wunsch serviert.

Wer die einstündige Anreise bis Gut Klostermühle scheut, findet Entspannung und Wellness auch mitten in der Stadt. Eine Reihe von Berliner Hotels öffnen ihre Spas auch für Erholungssuchende, die nicht Gast im Hotel sind. Absolute Ruhe und Entspannung versprechen zum Beispiel die Spa-Suiten im Adlon Day Spa. Gleich 16 dieser luxuriösen Behandlungs- und Rückzugsbereiche ausgestattet mit Sauna, Dampfad, Whirlpool und Musikanlage bietet der Spa des Fünf-Sterne-Hotels. Man kann sie mit oder ohne Behandlung für mindestens zwei Stunden buchen. Wer eine Massage oder Kosmetikbehandlung ohne Suite bucht, kann gegen Aufpreis die Bade- und Saunalandschaft des Hotels mitbenutzen.

Mit Massagen, Sauna und Kosmetikbehandlung lässt sich ohne Probleme ein ganzer Wellness-Tag verbringen. Wer so viel Zeit nicht hat oder aufbringen will, für den bietet der Adlon Day Spa auch einen Expressservice an. Bei den On-the-Run-Treatments wird man in 60 Minuten von zwei Therapeuten gleichzeitig behandelt. Im Vordergrund steht dabei nicht der Wellnessgedanke, sondern die Effektivität.

Entspannung und Wohlbefinden nach einem stressigen Arbeitstag oder auch für einen Tag Auszeit bietet auch das Liquidrom. Allerdings: Privatsphäre und Zurückgezogenheit gibt es hier nur in den Behandlungsräumen, in denen verschiedene Massagen angeboten werden. In  der klassischen finnischen Sauna schwitzt man dagegen manchmal mit mehr als 20 Personen. Neu seit November sind die Himalaya-Salz-Sauna und die Kelo-Panorama-Sauna, in der man drinnen schwitzen und gleichzeitig den Schneeflocken draußen zuschauen kann.
Das Highlight ist jedoch die abgedunkelte Kuppelhalle mit dem Liquidrom-Pool. Im warmen Salzwasser fühlt man sich nahezu schwerelos. Gleichzeitig ist der Pool auch eine Art Unterwasserkonzertsaal. Seit Januar ist immer Montags ab 17 Uhr Klassikabend. Donnerstags, freitags und samstagabends gibt es Live-Musik.

Wer wenig Zeit hat, aber den Kopf frei bekommen und  komplett abschalten will, kann Entspannung beim Floaten suchen. Floaten ist wie Schweben im Toten Meer, also in konzentriertem Salzwasser. Dazu hat die Sole idealer Weise eine Temperatur von 34 oder 35 Grad – ist  also genauso temperiert wie die  Hautoberfläche. Wenn man zum Floaten dann noch in einen dunklen, schalldichten Samadhi-Tank steigt, entzieht man dem Körper alle äußerlichen Reize. „Samadhi kommt aus dem Sankskrit und bezeichnet den höchsten zu erreichenden Entspannungszustand“, sagt Heike Seeger, Inhaberin von Float Berlin im Prenzlauer Berg. „Das Wunderbare ist, dass man diesen Zustand beim Floaten ganz ohne Übung erreichen kann. Man legt sich in den Tank hinein und das Wunderbare passiert, ohne dass man etwas dazu tut.“

Menschen jeder Altersgruppe nutzten den Tank zur Entspannung, sagt Seeger. Vom Manager  über den Schauspieler bis zum Bauarbeiter mit Rückenproblemen – alle seien schon in den dunklen Tank gestiegen. Man muss nur den Mut haben, den Deckel zu zu machen.

Mehr Informationen und Adressen unter www.berlin-maximal.de/guter-rat/privat/art108,693

Corinna Visser



Aus der Ausgabe 2 / 2009

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