Kiez mit Potenzial
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Rummelsburger Bucht: Die Luxus-Objekte am Wasser sind begehrte Wohnquartiere. Foto: promo |
Lichtenberg hat ein Imageproblem: Platte, Nazis, Stasi – wer will hier schon wohnen, investieren, gründen? Doch die vielen Klischees verkennen meist etwas die Entwicklung. Wäre Lichtenberg stehen geblieben nach der Wende 1989, es gäbe nichts von sanierten Plattenbauten zu erzählen, von Investoren, die den Bezirk überrennen, und von einem schwedischen Möbelhaus, das Ende des Jahres seine Türen hier öffnen will. Es hat sich viel getan im Berliner Ostbezirk, den Reiseführer zur Fußball-WM 2006 als No-go-Area bezeichneten.
Schuld ist der Weitlingkiez mit seinem Ruf als Hochburg Rechtsradikaler. Doch auch hier hat eine Entwicklung stattgefunden. Seit mehreren Jahren ist Lichtenberg in einem Förderprogramm für Toleranz und Demokratie des Bundesfamilienministeriums vertreten. Seit der Bezirksfusion mit Hohenschönhausen im Jahr 2001 hat die Bezirksverwaltung zudem mehrere Initiativen gegen den Rechtsradikalismus gestartet.
Auch die ansässigen Gewerbetreibenden wehren sich gemeinsam mit den Anwohnern gegen die Stigmatisierung – und gegen die rechte Szene. 2008 konnten sie eine Demonstration der NPD verhindern. „Denn natürlich ist es schädlich für das Image und die Geschäfte, mit der rechten Szene in Verbindung gebracht zu werden“, sagt Baustadtrat Andreas Geisel (SPD), der auch zuständig ist für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr. Jene Probleme seien noch immer „ein ganz dickes Brett, da haben wir noch viele Jahre mit zu tun.“
Image - Schon seit einigen Jahren wandelt sich der Bezirk, doch das wird verkannt
Trotzdem rückt Lichtenberg mit seinen 13 Stadtteilen zunehmend in den Fokus von Investoren und Unternehmen. Sie wirken mit am Strukturwandel, den der Bezirk vollzieht. Auf einer Brache an der Landsberger Allee/Ecke Rhinstraße entsteht eine Ikea-Filiale. „Wir haben schon länger nach einem vierten Standort in Berlin gesucht, und bisher sind wir nicht im Osten der Stadt vertreten“, sagt eine Sprecherin des schwedischen Möbelhauses. Am 13. Januar war der erste Spatenstich, im November soll eröffnet werden. Der Bau der Lichtenberger Filiale hatte sich immer wieder verzögert. Senat und Bezirk forderten, das Haus solle architektonisch anspruchsvoller gestaltet werden. Nun wird doch der typische Würfel gebaut. Doch wegen des wiederholten Bauaufschubs musste neu kalkuliert werden. Die Kosten für das Möbelhaus liegen nun bei 70 statt bei 60 Millionen Euro. An der Westseite des Gebäudes ist eine Eck-Glasfront geplant. 250 Arbeitsplätze sollen entstehen.
Und es ist eine Chance, die Landsberger Allee zu beleben. Es wird erwartet, dass sich mit der Niederlassung weitere Firmen um das Möbelhaus ansiedeln. Außerdem soll das Katalogsortiment eine regionale Note bekommen, angeblich mit Inspirationen für die Einrichtung von Plattenbauwohnungen. Rund um die Landsberger Allee gibt es mehr als 100 000 Plattenbauwohnungen. Die meisten Plattenbauten stehen in Alt-Hohenschönhausen.
Anfang der 70er Jahre entschloss sich die sozialistische Führung, Hohenschönhausen ein neues Gesicht zu geben. Die Platte musste her. Zwischen Wartenberger und Falkenberger Straße wurden Stockwerke gestapelt, entlang der Landsberger Allee und Falkenberger Chaussee entstanden Hochhäuser. Nach der Wende begannen Mitte der 90er Jahre umfassende Sanierungsarbeiten der Plattenbauten im Bezirk.
An der S-Bahn-Station Storkower Straße türmt sich etwas auf, bunt, hoch, nicht zu übersehen. Das Gustavo-Haus ist ein Hinweis auf Lichtenbergs architektonische Prägung. Das Doppelhochhaus mit 18 bzw. 21 Etagen wurde 1999 von dem spanischen Künstler Gustavo in ein Kunstwerk verwandelt – das größte in Europa. Auch wenn die meisten Plattenbauten von außen nicht besonders schön anmuten: Die Leerstandsquote liegt unter dem Berliner Durchschnitt bei vier Prozent. Wirtschaftstadtrat Andreas Prüfer (Die Linke) verteidigt die Platte: Blick über die Stadt, viel Grün in den Wohnanlagen und niedrige Betriebskosten seien die Vorteile. In der Schulze-Boysen-Str. 35/37 steht seit 2006 das nach eigenen Aussagen größte Niedrigenergiehaus Europas – ein sanierter Plattenbau aus den 70er Jahren. Die Howoge Wohnungsbaugesellschaft mbh vermietet hier 296 Wohnungen. Bei dem bundesweiten Pilotprojekt der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung wurden innovative technische Standards zur Energieeinsparung eingesetzt.
Energie - Lichtenberg soll energetischer Modellbezirk werden
Lichtenberg, der energetische Modellbezirk? Für Baustadtrat Geisel ein Ziel, das nicht nur wegen des Energiesparhauses naheliege. Seit zwei Jahren gibt es eine Diskussion um das Kraftwerk Klingenberg in Rummelsburg, das 200 000 Berliner Haushalte mit Strom versorgt. Fast die gesamte im Bezirk verbrauchte Fernwärme kommt aus dem Kraftwerk. Die große Industrieanlage, von der Vattenfall AG betrieben, ist nicht zu übersehen, sie bestimmt große Teile der Stadtteile Karlshorst und Rummelsburg. Gegründet 1926, war es das größte und modernste Kohlekraftwerk Europas. Mittlerweile hat es auf Kohle- und Erdgasfeuerung umgestellt. Die große Industrieanlage soll langfristig aber durch ein Biomasse-Kraftwerk und ein Gas-Dampf-Kraftwerk ersetzt werden. Bis Mitte 2011 soll ein Bebauungsplan festgesetzt werden, Baubeginn ist voraussichtlich im Frühjahr 2013. Ans Netz gehen sollen beide Anlagen mit einer Wärmeleistung von 450 Megawatt im Jahr 2016. Ihr Standort befindet sich hinter dem jetzigen Kraftwerk Klingenberg an der Köpenicker Chaussee/Blockdammweg. Vattenfalls ursprüngliche Pläne für ein Steinkohle-Kraftwerk waren auf massiven Widerstand gestoßen. Der Kühlturm soll nur noch eine maximale Höhe von 60 Metern haben, 140 waren vorgesehen.
„Während wir uns für die Genehmigung des Bebauungsverfahrens informierten, kam die Idee zu einem integrierten Klimaschutzprojekt für Lichtenberg“, sagt Baustadtrat Andreas Geisel. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben mit 100 000 Euro, im Mai soll das Konzept stehen. Es gebe viel Nachholbedarf im Bezirk, ein Radwegprogramm sei unter anderem geplant. Im Stadtteil Karlshorst steige zudem die Nachfrage nach Klimaschutzhäusern, zudem sollten Energiekompetenzzentren entstehen. Es passt zum neuen Motto des Bezirks, das auch Geisel verinnerlicht hat: „Wohnen im Grünen, mitten in der Stadt“.
Das Kraftwerk verweist nicht nur auf die Zukunft von Lichtenberg. Es ist auch ein Relikt aus dem einstmaligen Industriegebiet des Bezirks. Mit den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen seit 1990 kämpft der Bezirk um eine neue Identität: Übrig geblieben sind vor allem kleine und mittelständische Handwerksbetriebe wie die Elpro GmbH in der Marzahner Straße. Eine Unternehmensgruppe, die leit- und elektrotechnische Anlagen für Branchen aus Energie, Gas, Wasser, Bergwerk, Zement und Verkehr liefert. Auf mehr als 4000 Quadratmetern werden Schaltanlagen gefertigt. Auch auf dem Rummelsburger Güterbahnhof weht noch ein Industriewind. Dort entstand der Neubau des Berliner ICE-Bahnbetriebswerks der Deutschen Bahn.
„Ein wirklich prägendes Unternehmen fällt mir nicht ein, dafür haben wir eine große Vielfalt“, sagt Wirtschaftsstadtrat Prüfer. „Leider werden die Potenziale des Bezirks oft nicht wahrgenommen, auch nicht im Rest von Berlin“, sagt er und hofft auf mehr Industrie für den Bezirk. Dabei ist es erstaunlich, wie viele namhafte Unternehmen sich dort angesiedelt haben. Im Stadtteil Alt-Hohenschönhausen sitzt die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei, wo auch das Berliner Pilsner gebraut wird. Ebenfalls im Osten der Stadt, in Hohenschönhausen, ist der Produktions- und Vertriebsstandort von Coca-Cola zu finden.
Doch Jörg Hoppe, dem Vorsitzenden des Wirtschaftskreises Hohenschönhausen-Lichtenberg, ist das nicht genug Industrie. Potenzial stecke vor allem in der Kooperation mit Marzahn-Hellersdorf. Gemeinsam gelten sie als das größte zusammenhängende Industrie- und Gewerbegebiet Berlins. 132 Firmen haben sich in dem Wirtschaftskreis vernetzt. Dabei gehe es natürlich auch um die Imagepflege des Bezirks. Lichtenberg müsse als eigener, moderner und attraktiver Standort wahrgenommen werden, sagt Hoppe.
Der Tourismus spielt noch eine eher marginale Rolle als Wirtschaftsfaktor in Lichtenberg. Doch laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg bleiben die Touristen im Bezirksdurchschnitt 2,5 Tage länger in Lichtenberg als anderswo. Im Jahr 2009 fanden 39 Prozent mehr Gäste den Weg hierher als im Vorjahr. Mit Hilfe von EU-Geldern will der Bezirk den Tourismus noch stärker fördern. Der Wirtschaftskreis um Jörg Hoppe hat auch hier seine Finger im Spiel. „Eigentlich sollte das Projekt im März auslaufen. Aber es wurde noch einmal um drei Monate verlängert“, sagt Sonja Jug. Sie leitet das Projekt Tourismusmarketing Lichtenberg.
Mit nur 23 Beherbergungsbetrieben belegt Lichtenberg den vorletzten Platz im Bezirksvergleich. Dennoch sind die Hotels dort gut gebucht. Mit einer durchschnittlichen Auslastung der Betten von knapp 51 Prozent liegt Lichtenberg vor Charlottenburg und Reinickendorf. Zum Vergleich: Mitte hat eine durchschnittliche Auslastung von knapp 53 Prozent. „Ich denke, das liegt vor allem an der Gastfreundlichkeit der Lichtenberger, dem Preis-Leistungs-Verhältnis der Herbergen und dem modernen und grünen Auftreten des Bezirkes“, sagt Sonja Jug.
Attraktiv für Touristen, die nicht nur die gute öffentliche Verkehrsanbindung an Lichtenberg schätzen, ist etwa der Tierpark Friedrichsfelde. Mit 160 Hektar Fläche und rund 900 Tierarten ist er nach eigenen Aussagen der größte zoologische Landschaftsgarten Europas. In diesem Sommer feiert der Park sein 55-jähriges Bestehen.
Daneben können Touristen die zahlreichen Museen von Lichtenberg besuchen. Dazu gehören unter anderen das Deutsch-Russische Museum und die Gedenkstätte Hohenschönhausen. 2009 feierte Berlin das 20-jährige Jubiläum des Mauerfalls und die Gedenkstätte Hohenschönhausen einen Besucherrekord: 314 000 Menschen haben das ehemalige Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit der DDR im letzten Jahr besucht. Seit 1994 ist das Gebäude eine Gedenkstätte, die über die politische Justiz des DDR-Regimes informiert. Bis 2011 soll es erweitert werden um eine 700 Quadratmeter große Dauerausstellung rund um das Thema Terrorregime in den DDR-Gefängnissen – mit Foyer, Cafeteria und Bibliothek. Für das gesamte Projekt stellten die Bundesregierung und das Land Berlin 13,1 Millionen Euro bereit.
Tourismus - Lichtenbergs Gäste bleiben länger als in anderen Bezirken
Es wird gern und viel investiert in Lichtenberg. Eine bereits abgeschlossene Erfolgsgeschichte ist das Prestigeprojekt Berlin Campus in der Rummelsburger Bucht. Bereits vor 15 Jahren begann die Verwandlung von der Brachfläche zum attraktiven Wohngebiet. Eine Angestellte der Künle Grundstücksverwaltung, die 550 Wohnungen verwaltet, erinnert sich: 1997, als die Mietersuche begann, stand das Image des Bezirks etwas im Weg – wenige wollte mieten, kaufen und wohnen. Die Ostberliner, erzählt sie, hätten in der Regel nicht das Geld gehabt für die schicken Wohnungen mit Blick auf den Rummelsburger See, und diejenigen, die das Geld hatten, hätten gequietscht vor Skepsis. Eine Immobilie im Osten Berlins? Niemals! Vorwiegend sollen das Westdeutsche gewesen sein. Ein bis zwei Jahre später habe sich die Nachfrage dann stark gesteigert. „Und jetzt rufen die Leute von überall an, weil sie davon gehört haben.“ Konsequenz: lange Wartelisten. In den begehrten Reihen- und Mietshäusern wohnen rund 4500 Menschen, vorwiegend junge Familien und Künstler. Eine kleine Infrastruktur hat sich dadurch entwickelt, Kita, Bäcker, Zahnarzt, Gemüsehändler, Handwerker. Die Hauspreise haben es in sich in dem Vorzeigeprojekt: ein Quadratmeter kostet im Schnitt 1772 Euro in Rummelsburg. Exklusivität an der Spree. Im Westen der Siedlung Berlin Campus findet sich das letzte Wohnprojekt: Rote Backsteinbauten aus dem 19. Jahrhundert, die zu DDR-Zeiten als Gefängnis genutzt wurden. Die 144 Wohnungen sind längst verkauft, auch hier gab es einen Ansturm von Interessenten – überwiegend deutsche Anleger, die von den Denkmalabschreibungen profitieren wollen. Vermietet ist auch schon alles. Im September 2006 hatte die Maruhn Immobilien Gruppe die Gebäude übernommen, insgesamt stecken 40 Millionen Euro in den Gebäuden. Private Immobilieneigentümer schlossen sich zu der Interessengemeinschaft „Eigentümer Rummelsburger Bucht“ zusammen, um das ehemalige städtische Entwicklungsgebiet voranzubringen und den Wert zu erhalten.
Und noch ein Entwicklungsgebiet zieht Investoren nach Lichtenberg: Der 150 Hektar große Kiez „Frankfurter Allee Nord“ um das Ex-Stasi-Hauptquartier soll im Frühjahr vom Senat für zehn Jahre als Sanierungsgebiet gekürt werden. Es mangelt dort an Geschäften, Cafés, Spielplätzen und Grünanlagen. Den größten Ärger macht der 22 Hektar große Plattenbaukomplex des früheren DDR-Ministeriums für Staatssicherheit. Die Hälfte von 50 000 Quadratmetern Bürofläche steht schon leer. Wenn die Deutsche Bahn AG Ende des Jahres mit ihren 450 Mitarbeitern in das neue Verwaltungsgebäude am Nordbahnhof zieht, verdoppelt sich der Leerstand. Möglicherweise wird es einen europaweiten städtebaulichen Wettbewerb für die einstige Stasi-Zentrale geben.
Und der Strukturwandel geht weiter: Nach 17 Jahren des Verfalls hat sich ein Investor für das Gelände der Alten Schokoladenfabrik gefunden, im Herbst ist Baubeginn. 70 Loftwohnungen sollen in dem Industriedenkmal an der Konrad-Wolf-Straße entstehen – erstklassiges Wohnen gegenüber dem Sportforum Hohenschönhausen. Der Plan, in dem langen Backsteinbau auch Geschäfte unterzubringen, wurde aufgegeben. Ein rheinland-pfälzisches Unternehmen investiert 20 Millionen Euro.
Immobilien - Der Bau von Luxusquartieren lockt immer mehr Investoren an
Ein weiteres Highlight, wie es Wirtschaftsstadtrat Prüfer nennt, ist die Entstehung eines weiteren Wohnparks. Der Ort ist historisch: Hier unterzeichnete einst die Wehrmacht die bedingungslose Kapitulation, der sowjetische Geheimdienst KGB hatte seine größte Außenzentrale. In den sieben ehemaligen russischen Kasernen an der Zwieseler Straße in Karlshorst entstehen 300 Wohnungen und 40 Reihenhäuser. Bis Mitte 2010 soll alles bezugsfertig sein.
Eine Segregation befürchtet Wirtschaftsstadtrat Andreas Prüfer nicht infolge der neuen Wohnprojekte. Natürlich verändere so etwas den Bezirk. Aber die Projekte stabilisierten ihn auch. Außerdem: „Bisher ist es noch so, dass diejenigen, die sich die Mieten in Gegenden wie Prenzlauer Berg nicht mehr leisten können, bei uns auflaufen.“ Viel Grün, begehrt bei Investoren – und Szenekiezlern, deren Blickwinkel sich von Bar- und Clubnähe zu Kinderfreundlichkeit verschiebt. In der Bezirksverwaltung beobachte man eine beträchtliche Zuwanderung von Friedrichshain-Kreuzberg und Prenzlauer Berg, sagt auch Baustadtrat Andreas Geisel.
Auch Kunstschaffende wissen die geringeren Mieten zu schätzen. In der Sewanstraße in Friedrichsfelde hat sich mit „Heikonaut“ ein Kreativzentrum in einem leerstehenden Kindergarten angesiedelt. 40 verschiedene Künstler und Kulturschaffende treffen sich hier. „Es ist ein sehr geeigneter Ort“, sagt Doreen Schulz, Modedesignerin beim Label „c.neeon“. Sie schätze, nicht von Modehippstern wie in Mitte umgeben zu sein, sondern frei davon an Entwürfen arbeiten zu können. In der Kaskelstraße im Viktoriakiez von Rummelsburg schaffen und designen mehr als 50 Künstler in den „BLO Ateliers“. „Das war eher Zufall, das Gelände ist einfach toll und der Bezirk hat uns sehr unterstützt“, sagt Stephanie Furchert. Seit 2005 ist die Musikerin dabei. Im September 2004 begann die Bauphase, zwei Jahre später konnte es losgehen mit der Kunst in Lichtenberg. Noch immer guckten viele verwundert, wenn sie den Ort ihres Schaffens erwähne. Natürlich sei der Bezirk auch eine Herausforderung. Das Ziel: ihn bunter machen.
Lichtenberg, ein Bezirk zwischen Plattenbauten und denkmalgeschützter Backsteinarchitektur, ehemaliger Industriebrache und neuem Wirtschaftsstandort. Mit Potenzial, das Interesse weckt, ob bei Unternehmen oder Familien. Auch wenn das Imageproblem noch nicht ganz gelöst ist – es klappt, das Bunterwerden. Und es geht noch viel mehr, findet Geisel.
Mehr dazu unter
http://www.berlin-maximal.de/magazin/reportagen/art83,1336
Saskia Weneit und Judith Ratajczak
Aus der Ausgabe 3 / 2010

