Titelthema

Wie attraktiv ist Ihr Bezirk?

Beim B-max-Bezirksvergleich schneiden Mitte und Tempelhof-Schöneberg am besten ab. Spandau und Marzahn-Hellersdorf müssen mehr für die Unternehmen tun

Interview mit Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz
www.berlin-maximal.de/magazin/titelthema/art168,585
In 16 Kategorien wurden die Bezirke verglichen. Die grünen Säulen stehen für positive Ergebnisse, die roten für ein schlechtes Abschneiden. Grafik: Ulla Schilli

Die Stadtteile Mitte und Tempelhof-Schöneberg haben beim Bezirksvergleich von Berlin maximal am besten abgeschnitten. Ins obere Drittel schafften es auch Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf. Am Ende der Rangliste stehen Marzahn-Hellersdorf und Spandau. Auch Neukölln und Lichtenberg gehören zum unteren Drittel der Bezirke, wenn es um die Attraktivität für die Wirtschaft geht.

Basis des Vergleichs sind Daten aus 16 verschiedenen Wirtschaftsbereichen. Berlin maximal hat sowohl Bestandsdaten (wie zum Beispiel die Anzahl der Arbeitsplätze) als auch dynamische Entwicklungen (Neugründungen der vergangenen Jahre) berücksichtigt. Dabei wertete die Redaktion unter anderem Quellen des statistischen Amtes Berlin-Brandenburg, der Agentur für Arbeit und der IHK Berlin aus. Zudem führte sie eigene Tests durch, etwa bei der Bewertung der Online-Auftritte der Wirtschaftsförderungen.

Der Stadtteil Mitte verzeichnet seit Jahren reges Bau- und Gründungsgeschehen, viele Unternehmen wünschen sich für ihren Berliner Sitz eine attraktive Adresse im Herzen der Hauptstadt. Es ist daher keine Überraschung, dass Mitte den ersten Platz belegt. Punktgleich mit an der Spitze liegt Tempelhof-Schöneberg. Der Bezirk mit den größten Industrieflächen der Stadt hat fast immer das obere Drittel erreicht.

„Es überrascht mich nicht, dass unser Bezirk so gut abschneidet“, sagt Ulrich Misgeld, Chef des Lichttechnikunternehmens Semperlux. „Wir fühlen uns gut aufgehoben in Tempelhof-Schöneberg.“ Man spüre etwa, dass das Team der Wirtschaftsförderung sehr aktiv sei. Außerdem mache sich bemerkbar, dass sich Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) selbst um die Unternehmen im Bezirk kümmere. „Als wir unser Unternehmensnetzwerk Motzener Straße gegründet haben, hat uns der Bezirk nicht nur mit Worten, sondern auch mit Geld unterstützt“, berichtet Misgeld. Voraussetzung dafür ist, dass der Bezirk für so etwas Geld hat: Im Gegensatz zu manch anderem Bezirk steht Tempelhof-Schöneberg auch in der Haushaltsführung gut da.

Platz drei des B-max-Bezirksvergleichs nimmt Friedrichshain-Kreuzberg ein. Das mag überraschen, wird der Stadtteil doch häufiger als Multikulti-Kiez gesehen, denn als Wirtschaftsstandort. Dabei hat Friedrichshain-Kreuzberg in den vergangenen drei Jahren besonders viele Firmengründungen und neue Arbeitsplätze gezählt. Insbesondere durch die gute Bewertung im Bereich Dynamik konnte sich Friedrichshain-Kreuzberg damit sogar noch vor Charlottenburg-Wilmersdorf schieben. Zwar hat die City West bei vielen Tests Spitzenplätze belegt, andererseits wurden auch einige Schattenseiten sichtbar: So hat Charlottenburg-Wilmersdorf entgegen dem stadtweiten Trend Arbeitsplätze verloren und im Saldo von Unternehmensanmeldungen und -abmeldungen gibt es nur ein vergleichsweise geringes Plus.

Die Bezirke gehen natürlich mit sehr unterschiedlichen Ausgangspositionen in den Vergleich. So sind etwa in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf nach der Wiedervereinigung viele frühere DDR-Industriebetriebe weggebrochen. Und anders als Treptow-Köpenick wird diesen Bezirken nicht demnächst  ein internationaler Flughafen vor die Tür gesetzt. Andererseits hat sich der Ostbezirk Pankow trotz ähnlicher Geschichte in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Überaschend schlecht schneidet der traditionelle Industriestandort Spandau ab, der unter anderem wichtige Siemens-Fabriken und das BMW-Motorradwerk beheimatet.

Basisdaten: Wo es die meisten Firmen und Arbeitsplätze gibt

Gemeinsam mit Marzahn-Hellersdorf liegt Spandau im B-max-Ranking auf dem letzten Platz. Schon bei dem ersten Kriterium, der Unternehmensanzahl, landet Spandau ganz hinten. Nur 6473 Unternehmen mit steuerbaren Umsätzen sind dort gemeldet. Das mag sich zum Teil durch die relativ geringe Bevölkerung erklären. Allerdings zählt Treptow-Köpenick nur wenig mehr Einwohner, aber fast 3000 Firmen mehr. „Mich wundert, dass Spandau so schlecht abschneidet“, sagt Andreas Contag, dessen Firma Contag AG in Spandau seit 1981 Prototypen für Leiterplatten baut. „Wir sind hier zufrieden und haben  gute Erfahrungen mit der Verwaltung gemacht, etwa, als wir für unsere Produktion neue Flächen gesucht haben.“ Doch viele Unternehmer haben in dem Bezirk anderes erlebt. Der Ombudsmann von B-max, der sich für die Belange des Mittelstands einsetzt, muss sich mit Beschwerden über das Spandauer Bezirksamt besonders häufig befassen.

Der B-max-Bezirksvergleich beansprucht keine wissenschaftliche Gültigkeit. Über einzelne Kriterien lässt sich streiten: Bei der Größe der Industrieflächen nimmt Lichtenberg einen oberen Platz ein. Allerdings gibt es hier auch viele Industriebrachen. Sind es Zeichen für wirtschaftlichen Niedergang oder Ansiedlungschance für die Zukunft?

Zudem haben die Branchen abweichende Standortansprüche: Eine Unternehmensberatung braucht eine Vorzeigeadresse im Zentrum, während eine Logistikfirma benötigte Flächen eher in Lichtenberg findet als in Mitte. Dennoch sind wir überzeugt, dass die Untersuchung in der Breite ein gutes Bild der Stärken und Schwächen der Bezirke zeichnet.
 
Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) will das Ranking der Bezirke nicht kommentieren. Grundsätzlich gelte aber: „Die Verwaltung muss transparenter werden.“ Wo Ordnungsamt draufsteht, müsse künftig in jedem Bezirk dasselbe drin sein. Wolf will die Wirtschaftsförderung in den Bezirken durch Mitarbeiter von Berlin Partner unterstützen. „An den Details arbeiten wir noch“, so der Senator. IHK-Präsident Eric Schweitzer geht das nicht weit genug. „Die Bezirksämter sind politisch besetzt, haben aber als Verwaltung keinen politischen Spielraum.“ Die IHK fordert seit langem  ein einstufiges Verwaltungssystem – ohne die Bezirke.
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Wirtschaftszweige: Wo gehandelt, produziert und gebaut wird

Um die Verteilung der Unternehmen auf die Bezirke zu differenzieren, hat sich die Redaktion einige Wirtschaftsbereiche genauer angeschaut: Das verarbeitende Gewerbe, den Handel, das Baugewerbe und die Kreativwirtschaft. Nach der Wiedervereinigung wurde viel von Berlins Zukunft als Dienstleistungsmetropole gesprochen. Die wichtige Rolle, die die Industrie als Auftraggeber für Dienstleister spielt, wurde lange zu gering geschätzt. In letzter Zeit genießt das verarbeitende Gewerbe wieder mehr Aufmerksamkeit – etwa im Rahmen des Industriegipfels, zu dem der Senat im vergangenen Jahr einlud. Die Verteilung auf die Bezirke zeigt die Rangliste links unten.

Für kaum eine andere Branche ist die Standortwahl so entscheidend für die Umsätze wie beim Handel. Erfolg verspricht entweder eine regionale Alleinstellung oder eine zentrale Lage mit viel Laufkundschaft. Dabei sind Gegenden, die bereits viele Geschäfte beheimaten, auch attraktiv für Neugründungen. Deswegen ist für Nils Busch-Petersen, den Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, die Zahl der Händler in einem Bezirk kein eindeutiges Indiz für die Wirtschaftsfreundlichkeit.
„Die Unterschiede zwischen den Bezirken sind vor allem strukturell bedingt“, sagt Busch-Petersen. „Den Vorsprung, den Charlottenburg-Wilmersdorf etwa gegenüber Marzahn-Hellersdorf durch etablierte Einkaufsstraßen wie dem Kurfürstendamm hat, ist kaum einzuholen.“ Dennoch habe sich vor allem in den Ostberliner Bezirken viel getan. So habe sich die Verkaufsfläche in Marzahn-Hellersdorf beispielsweise fast verdreifacht. Busch-Petersen erkennt in den Bezirken auch politisch Unterschiede im Umgang mit Händlern. „Wenn der Bezirksstadtrat in Pankow jeden bestrafen will, der den Ladenschluss auch nur ein paar Minuten überzieht, kann das für einzelne Händler schon ein Grund sein, sich einen anderen Bezirk zu suchen.“

Für Baubetriebe ist es weit weniger wichtig, wo der Firmensitz liegt. Der Großteil der Leistung wird auf der Baustelle erbracht. Daher haben wir für den Bausektor nicht die Firmensitze verglichen, sondern die geplanten Bauinvestitionen. Dabei zählt Mitte die mit Abstand kostspieligsten Baustellen. An zweiter Stelle folgt Pankow. In diesem Bezirk haben übrigens auch die meisten Baubetriebe ihren Sitz, über 1500 Unternehmen der Branche sind dort gemeldet. Am seltensten begegnet man Baustellen in Neukölln.

Als weitere Schwerpunktbranche haben wir die Kreativwirtschaft herausgegriffen. Dazu gehören Unternehmen, die in den Bereichen Kunst, Design, Entertainment und Medien ihr Geld verdienen. Die Kreativen gelten als wichtige Wachstumsbringer der Stadt. Eine aktuelle Studie der Technischen Universität Berlin hat ihre räumliche Verteilung untersucht. „Kreativwirtschaft sitzt mitten in Berlin: Deutlich erkennbar sind zwei Cluster, City West und Mitte“, heißt es in der Untersuchung des TU-Regionalforschers Dietrich Henckel. „Anders als in Städten wie London oder Paris, wo in den Innenstadtbezirken die Mieten oft unerschwinglich hoch für Unternehmen der Kreativwirtschaft sind, bietet das Zentrum Berlins noch genügend Raum zum Gründen und Wachsen.“

Auch Tanja Mühlhans, die sich in der Senatswirtschaftsverwaltung um die Belange der Kreativ-unternehmen kümmert, weiß, dass die sich am liebsten innerhalb des S-Bahn-Ringes niederlassen. „Studien zeigen, dass sie sich in bestimmten Straßenzügen ansiedeln“, sagt Mühlhans. Das ganze werde dann zu einem Selbstläufer. „Viele gehen dahin, wo sie schon andere kennen.“ Das mache auch Sinn. So könnten Synergien genutzt werden. „Die kurzen Wege sind wichtig.“

Möglicherweise werde das Ranking in wenigen Jahren aber auch ganz anders aussehen. Der Flughafen Berlin-Brandenburg werde auch Unternehmen der kreativen Szene nach Treptow-Köpenick locken, erwartet Mühlhans. Schon jetzt wächst in Oberschöneweide eine kreative Szene heran. Größtes Projekt sind die Schauhallen, die in einer ehemaligen Fabrikhalle der AEG entstehen sollen. Auch andere Bezirke sieht Mühlhans in einem Prozess. „Es gibt eine Reihe bei denen man merkt, dass sie mit Herzblut dabei sind.“ Tempelhof-Schöneberg, Pankow und Neukölln gehören für sie dazu.

Dynamik: In welche Bezirke die Gründer streben

Wo entstehen neue Jobs, wo werden besonders viele Firmen gegründet? Die Veränderungsprozesse sagen viel aus. Überraschend: Bezirke, die insgesamt sehr gut dastehen, fallen hier zurück.

Berlin hat in den vergangenen drei Jahren insgesamt einen Beschäftigungsboom erlebt, die Zahl der Arbeitslosen sank von 330 000 Anfang 2005 auf zuletzt unter 220 000. Der Zuwachs an Beschäftigung verteilt sich jedoch sehr ungleichmäßig. Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Reinickendorf haben prozentual das größte Wachstum an sozialversicherungspflichtigen neuen Stellen erlebt. Auf der Verliererseite stehen mit Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg zwei Bezirke, die insgesamt zu den wirtschaftsstärksten gehören. Wieso gerade hier die Zahl der Arbeitsplätze gesunken ist, vermag die Arbeitsagentur nicht zu erklären.

Vom Gründergeschehen profitieren vor allem die Innenstadtbezirke. Den Bezirken mit großen Hochschulen kommen zudem die Ausgründungen von Studenten und Wissenschaftlern zugute. Dabei fällt auf, das Treptow-Köpenick von den naturwissenschaftlichen Instituten der Humboldt-Universität in Adlershof offenbar nicht so stark profitiert hat, wie Steglitz-Zehlendorf von den Ausgründungen der Freien Universität.

Neben der Anzahl der An- und Abmeldungen von Unternehmen spielt natürlich die Qualität der Investitionsprojekte eine Rolle. Denn in der Gesamtzahl der Gewerbeanzeigen sind auch Kleinstbetriebe verzeichnet, die zum Teil nur vom Inhaber gegründet wurden, um eine Phase der Arbeitslosigkeit zu überbrücken. Die Berliner IHK veröffentlicht regelmäßig das Dokument „Neue Firmen – Neue Arbeitsplätze – Neue Investitionen“. In ihr werden Projekte angeführt, die viel Aufmerksamkeit erregen.

Mitte taucht in der Liste am häufigsten auf. Dahin zieht es zum Beispiel Verbände, die die Nähe zu den Bundesministerien suchen, wie den Verband der Angestelltenkrankenkassen mit 200 Mitarbeitern. Auch Hotelprojekte wie das der Scandic-Gruppe am Potsdamer Platz und Touristenattraktionen wie das Riesenrad Great Berlin Wheel streben ins Zentrum. An zweiter Stelle rangiert der Bezirk Treptow-Köpenick. Im Umfeld der Flughafenbaustelle BBI bauen Unternehmen wie Lufthansa Bombardier Aviation ihre Standorte aus. Im Wissenschaftspark Adlers-hof investieren Unternehmen wie die Solartechnikfirma Solon oder der TV-Produktionsbetrieb Studio Hamburg. Adlershof hat ein Standortmarketing etabliert, von dem andere Bezirke noch lernen können. Allerdings muss daran erinnert werden, dass die Gründung des Wissenschaftsparks nicht auf den Bezirk, sondern auf das Land Berlin zurückgeht.

Ganz am Ende der Liste, mit nur zwei Einträgen seit 2006 steht Steglitz-Zehlendorf. Womöglich gab es mehr interessante Projekte, die in der IHK-Liste nicht auftauchen. Aber dann hat der Bezirk zumindest ein Kommunikationsproblem: Investitionsvorhaben, die niemand wahrnimmt, sind keine effektive Werbung für den Standort.

Verwaltung: Wer auf Anfragen am schnellsten reagiert

Die Bezirksämter können nicht für alle wirtschaftlichen Sorgen im Stadtteil verantwortlich gemacht werden. Dennoch können Kompetenz und Einsatz des Bezirksamts – oder der Mangel daran – entscheidend sein. Zunächst haben wir die Finanzsituation verglichen: Charlottenburg-Wilmersdorf kann offenbar am besten mit Geld umgehen, fast 20 Millionen Euro Guthaben hat der Bezirk bis Ende 2007 erwirtschaftet. Dann hat sich die Redaktion mit den Websites der Bezirke befasst. Vor allem Spandau ließ dabei viel zu wünschen übrig.

Das Verhältnis von Mitarbeitern in der Wirtschaftsförderung zu Unternehmen ist vor allem in der Bestandspflege ein wichtiger Indikator für die Leistungsfähigkeit. Die Spannbreite ist enorm. Auf einen Mitarbeiter in Marzahn-Hellersdorf kommen 1173 Unternehmen, in Charlottenburg-Wilmersdorf sind es 8404. In Mitte müssen sich die drei Mitarbeiter um die zweithöchste Zahl an Unternehmen berlinweit kümmern. „Die personelle Ausstattung hinkt hinter den Anforderungen her. Aktive Wirtschaftsförderung ist so kaum möglich“, sagt Mittes Wirtschaftsstadtrat Joachim Zeller (CDU). Peter Beckers (SPD), Wirtschaftsstadtrat in Friedrichshain-Kreuzberg klagt: „Irgendwann bildet sich ein Flaschenhals, wegen der Vielzahl an Unternehmen.“ Dann kämen die Mitarbeiter mit ihrer Arbeit nicht mehr nach.

Besonders personalintensiv arbeitet Marzahn-Hellersdorf. Sechs Mitarbeiter kümmern sich um 7037 Unternehmen. „Wir tun viel, um das, was wir haben, auszubauen“, sagte Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU). Immerhin 250 000 Euro sieht der Etat dafür vor. Allerdings hat sich die große Zahl der Mitarbeiter bei unserer Stichprobe zur Erreichbarkeit der Bezirke nicht bemerkbar gemacht.
Schnell, freundlich, kompetent – keine 24 Stunden hat es gedauert, bis die dünn besetzte Wirtschaftsförderung Charlottenburg-Wilmersdorf auf die fingierte Anfrage eines Unternehmers meldete. Hans-Joachim Klose erkundigte sich, wo und wie er berlinweit gültige Parkscheine für seine Firmenfahrzeuge bekommen könne. Der schnelle Hinweis des Mitarbeiters des Bezirksamtes führte auf eine Bezirks-Website, auf der das Verfahren erklärt wird und entsprechende Anträge heruntergeladen werden können.
Leider kann man in Berlin auch ganz anderes erleben: Die Ämter in Neukölln, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf reagierten auf die Anfrage von Unternehmer Klose gar nicht. Und das, obwohl der sogar nach einer Woche eine zweite Mail hinterherschickte, um an seine Frage zu erinnern.

Als Gründe für die Vernachlässigung des Posteingangs gaben alle drei Bezirke auf Nachfrage Personalknappheit und besondere Belastung durch Veranstaltungen an. „Sonst reagieren wir auf jede Anfrage“, sagt Andrea Engel, Leiterin der Wirtschaftsförderung Treptow-Köpenick. „Leider wird die eingehende Mail nicht weitergeleitet, sondern muss von einem eigenen Account abgerufen werden“, sagt Kathrin Rüdiger, die Chefin der Wirtschaftsförderung von Marzahn-Hellerdorf. Man werde aber an dem Problem arbeiten, verspricht sie.

Clemens Mücke, Leiter der Wirtschaftsförderung Neukölln, gab sich ehrlich zerknirscht. „Das darf eigentlich nicht vorkommen.“ Wenig hilfreich war allerdings auch die Antwort der Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf. Man habe die Anfrage an das Ordnungsamt weitergeleitet, da dort die Vignetten ausgestellt würden. Weder ein Ansprechpartner noch ein Telefonnummer wurde genannt. Vom Ordnungsamt hat Hans-Joachim Klose bis heute nichts gehört.

Erfahren Sie mehr im Interview mit
Handwerkskammer-Präsident Stephan Schwarz www.berlin-maximal.de/magazin/titelthema/art168,585


Alexander Visser
(Mitarbeit: Matthias Jekosch, Bert Szilagyi, Henning Zander)



Aus der Ausgabe 10 / 2008

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