Nachgehakt

Klostreit am Hauptbahnhof

Ganz so hatte sich Ebrahim Djahan die Lösung für den seit Monaten anhaltenden Klostreit am Hauptbahnhof nicht vorgestellt.
In Eigeninitiative hatte sich Djahan dafür eingesetzt, unterhalb der Bahngleise am Hauptbahnhof kostenlose Klohäuschen für die Taxifahrer aufzustellen, die hier ihren Wartestand hatten.
Bezirk, Land und Deutsche Bahn hatten sich nach dem Einsatz von Berlin maximal dazu bereit erklärt, die Klohäuschen zu dulden, bis eine dauerhafte Lösung gefunden würde. Nun wurde diese Lösung vorgestellt. Ein privater Investor soll hier einen neuen Bau beziehen und nicht nur eine WC-Anlage beziehen, sondern auch Kaffee und Brötchen verkaufen.

Djahan hält wenig von der Idee, sondern fürchtet, dass auf Kosten der Taxifahrer ein Geschäft gemacht werden soll. „Ich hätte mir gewünscht, wenn ein solcher Betrieb in den Händen der Taxifahrer geblieben wäre.“ Eine gemeinnützige Einrichtung hatte sich Djahan vorgestellt mit kleinen Speisen zum Selbstkostenpreis. Niemand könne garantieren, dass die Klobenutzung auch weiterhin kostenlos bliebe. Djahan befürchtet Zustände wie am Flughafen Tegel. Hier sei auch ein Kiosk für die Taxifahrer aufgebaut. Doch heute seien die Preise so hoch, dass sich kaum ein Taxifahrer einen Kaffee dort leisten könne, sagt Djahan. Zudem seien jährliche Standgebühren eingeführt worden. „Das darf es am Hauptbahnhof nicht geben“, sagt Djahan.

Sollte es so weit kommen, will Djahan wieder mit Protestaktionen aufmerksam machen, um den Belangen der Taxifahrer Gehör zu verschaffen.


Aus der Ausgabe 6 / 2008
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