Ombudsmann - Konkrete Hilfe für Sie
Gastankstelle auf der Insel Eiswerder
Sehr geehrter Herr Dr. Gerckens,
ich betreibe auf der Insel Eiswerder, Spandau, eine Werkstatt, in der Autos und auch Boote auf einen Antrieb mit Propangas umgerüstet werden. Wir sind extra mit der Firma auf die Insel gezogen, um unser Wassersportangebot auszubauen.
ich betreibe auf der Insel Eiswerder, Spandau, eine Werkstatt, in der Autos und auch Boote auf einen Antrieb mit Propangas umgerüstet werden. Wir sind extra mit der Firma auf die Insel gezogen, um unser Wassersportangebot auszubauen.
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Michael Koller, Gastankstelle, Eiswerder Berlin Foto: Mike Wolff |
Wir haben schon 50 bis 60 Anfragen für Umrüstungen unter der Bedingung, dass es auch eine Möglichkeit zum Tanken gibt. Ursprünglich harten wir geplant, ein altes Bootshaus vor unserem Finnengelände zu nutzen. Wir hatten Pläne, das leerstehende Gebäude aus den 30er Jahren zu renovieren. Es hatte sich auch für Werkstattarbeiten angeboten. Doch nachdem alle Anträge gestellt waren, bemerkten die Behörden, dass schon beim Bau keine Baugenehmigung vorgelegen hatte. Das Bootshaus wurde daraufhin abgerissen. Das muss man sich mal vorstellen: Seit über 70 Jahren steht es da und nie hat es jemanden gestört. Wir haben daraufhin unsere Pläne geändert und hatten auch die Unterstützung der Wasserstadt Spandau, die damals Eiswerder entwickeln sollte. Doch plötzlich hieß es. dass dort, wo wir unsere Tankstelle und Anlegemöglichkeit vorgesehen hatten, Biber lebten. Also musste ein Gutachten her. ein Biberplan, wenn man so will. Tatsächlich gab es Biber, aber am anderen Ende der Insel. Sie wären durch die Tankstelle nie gestört worden. Doch nun ist ein neues Problem aufgetreten. Auf Eiswerder wird derzeit ein Rundwanderweg gebaut. Vorherhatten wir von unserer Firma aus einen direkten Zugang zum Wasser. Jetzt müssten wir den Weg passieren, dafür brauchten wir allerdings ein Wegerecht. Bis heute wissen wir nicht, ob uns dieses Recht eingeräumt wird.
An dem ganzen Prozess sind unzählige Behörden beteiligt. Das fängt beim Landesamt für Arbeitsschutz. Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin an. geht über das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin und endet bei den Behörden des Bezirks Spandau. Wir könnten baulich auf alle Wünsche der Behörden eingehen. Wir müssen nur wissen, ob grundsätzlich nach dem Willen der Amter eine Gastankstelle an diesem Ort eine Zukunft hat. Die Technik ist sauber. Es gibt keine Benzinlachen auf dem Wasser, das Gas sickert nicht in den Boden, der C02-Ausstoß liegt weit unter dem eines herkömmlichen Benziners. Das ist ein Umweltthema. Eigentlich musste man uns den roten Teppich ausrollen.
Michael Koller
Sehr geehrter Herr Koller,
ich freue mich, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an mich wenden. Die Entwicklung der Insel Eiswerder ist tatsächlich eine endlose Geschichte. Schon seit Jahren versucht der Bezirk das Areal zukunftsfähig zu entwickeln. Der derzeitige Bebauungsplan sieht vor, dass die Nordhälfte der Insel dem Freizeit-Wassersport vorbehalten sein soll. Die Südhälfte. auf der sich auch Ihr Gelände befindet, soll weiterhin Gewerbestandort bleiben. Rund um die Insel wird eine Parkanlage mit Wanderweg angelegt. Hierfür wurde das Bootshaus abgerissen. Was allerdings nach Aussagen des Stadtplanungsamtes nicht zum Konzept gehört, ist eine Tankstelle für Boote, selbst wenn es sich bei dem Treibstoff um Flüssiggas handelt. Zwar wolle man die Entwicklung des Wassersportes in der Region fördern. Doch die Kapazitäten der Bootstankstelle Marina Lanke und eines geplanten Terminals am Spandauer Burgwall seien ausreichend. Leider sehe ich wenig Chancen, dass der Bezirk von seiner Auffassung abweichen wird. Hinsichtlich der Ufergestaltung der Insel Eiswerder zeigte man sich mir gegenüber kompromisslos. Tatsächlich haben mich diese Aussagen doch sehr verwundert. Schließlich bemühen Sie sich schon seit Jahren um diese Tankstelle und haben auch entsprechende Anträge ...
Ihr Pierre Gerckens
Aus der Ausgabe 5 / 2008

